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Armee umstellt Hafenstadt Banias

Armee umstellt  Hafenstadt  Banias
(Reuters)

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Nach blutigen Zusammenstößen haben die syrischen Streitkräfte am Montag laut Augenzeugenberichten die Hafenstadt Banias abgeriegelt und haben Stellung bezogen.

Die Truppen seien am Morgen mit Lastwagen und Jeeps in die Stadt eingerückt und hätten vor größeren Gebäuden und an Kreuzungen Stellung bezogen, sagte ein Gewährsmann aus Banias in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AP. Aus Sorge vor weiteren Kämpfen seien Schulen und Geschäfte geschlossen worden.

Das Eintreffen der Streitkräfte sei von den Bewohnern überwiegend mit Erleichterung aufgenommen worden, sagte der Augenzeuge. «Wir sind froh, dass es Soldaten sind und keine Sicherheitskräfte, die wie vom Regime angeheuerte Verbrecherbanden vorgehen», erklärte er. Am Sonntag hatten Soldaten in der strategisch wichtigen Stadt 300 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Damaskus laut Augenzeugen und Menschenrechtsaktivisten mindestens vier Demonstranten getötet und Dutzende weitere verletzt.

Zahlreiche Tote

Das Staatsfernsehen berichtete, bei einem Angriff in der Nähe von Banias seien neun Polizisten aus dem Hinterhalt getötet worden. Die Berichte konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden, da die Regierung nur eine stark eingeschränkte Berichterstattung zulässt und viele Journalisten, darunter auch Reporter der Nachrichtenagentur AP, des Landes verwiesen wurden.

Die Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad haben vor mehr als drei Wochen begonnen und sich seitdem ständig ausgeweitet. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden bisher mehr als 170 Menschen getötet.
Assad bemühte sich mehrfach, die Demonstranten mit Gesten des Entgegenkommens zu beschwichtigen, was ihm jedoch bisher nicht gelang. Unter anderem entließ er seine Regierung und berief ein Komitee zur Überprüfung der seit Jahrzehnten geltenden Notstandsgesetze ein. Am Sonntag ordnete der Präsident laut Angaben aus Regierungskreisen die Freilassung von 191 inhaftierten Regierungsgegnern an. Diese waren in den vergangenen Wochen bei Protesten in Duma, einem Vorort von Damaskus, festgenommen worden.