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Ärger in Ettelbrück

Ärger in Ettelbrück
(Jean-christophe Verhaegen)

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Im Gemeinderat Ettelbrück steht der Haussegen schief. Grund ist das angekratzte Image der Einkaufsstadt. Hat der Bürgermeister Informationen zurückgehalten?

Zu einem verbalen Schlagabtausch kam es am Dienstsag im Ettelbrücker Gemeinderat. Grund war das angekratzte Image der Einkaufsstadt. Der CSV-LSAP-Schöffenrat warf der Opposition von DP und «déi gréng» vor, nach außen ein schlechtes Bild des Ortes gezeichnet zu haben. Vor einem Monat waren die beiden Oppositionsparteien an die Öffentlichkeit getreten, weil sie sich Sorgen machen um den Standort Ettelbrück als Geschäftsstadt. Auslöser war die angekündigte und nun erfolgte Schließung der hiesigen Cactus- Filiale.

Mit deutlichen Worten warfen die Räte Abbes Jacoby, Marthy Thull, Jean-Pierre Gutenkauf und Alain Feypel in einem Schreiben damals eine Reihe von Fragen und Anmerkungen auf. Am Dienstag warfen Bürgermeister Jean-Paul Schaaf und sein CSV/LSAP-Schöffenrat im Gegenzug der Opposition vor, dem Standort Ettelbrück mit diesem Vorgehen einen schlechten Dienst erwiesen zu haben. Laut Schaaf sei durch das in der Presse und in den sozialen Netzwerken verbreitete Statement ein Negativ-Image der Stadt erzeugt worden. Eine Sichtweise, die «déi gréng» und DP so aber nicht gelten lassen wollten.

Hitzige Debatte

Vielmehr sei es so, dass viele Entscheidungen interfraktionell bei der CSV/LSAP-Mehrheit getroffen würden, ohne dass die Opposition darüber informiert werde. Als eines der Beispiele wurde das Engagement der Marketing-Experten von CIMA genannt. Die deutsche Beraterfirma soll helfen, ein Konzept zur besseren Vermarktung Ettelbrücks als Einkaufsstadt zu entwickeln. Nur über Umwege habe die Opposition davon Kenntnis erhalten.

Alain Feypel fordert den Schöffenrat auf, mehr Aktivität zu zeigen und auf eine Reihe von Anmerkungen der Opposition zu Dingen wie Verkehr, Sicherheit oder Attraktivität der Stadt einzugehen. Rund eine Stunde ging die teils hitzig geführte Debatte hin und her, gekrönt von gegenseitigen Schuldzuweisungen. Interessant war, zu hören, dass Jean-Paul Schaaf schon seit über einem Jahr wusste, dass die Cactus-Filiale (Link) in der Fußgängerzone schließen würde. Auch habe der Bürgermeister Kenntnis über den zukünftigen Verwendungszweck der Immobilie. Schaaf wollte an dieser Stelle aber noch nicht sagen, um was oder wen es sich dabei handelt.

Rund 181.000 Euro sollen in diesem Jahr im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit von der Gemeinde ausgeben werden. Davon sind 27.000 Euro für die Beraterfirma CIMA , 60.000 Euro für das Gemeinde-Infoblatt «Raider» sowie 45.000 Euro für Radio- und TV-Spots vorgesehen.

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