Wegen der Streitereien bei der Apess, und nachdem die geplante Vorstandswahl am 25. März auf einer Generalversammlung gescheitert war, hatte es unter dem Vorsitz von Maître Roland Jaeger, beglaubigter Schlichter, ein Schlichtungsverfahren gegeben, das am 10. Oktober abgeschlossen wurde. In der komplizierten Angelegenheit steht immer noch ein Urteil in einem Prozess aus, das abgewartet werden muss, alle Erklärungen hierzu würden aber an dieser Stelle zu weit führen.
Fakt ist, dass die Apess nach Feststellung des Schlichters ihre Statuten in einigen Punkten ändern muss, um gesetzeskonform zu sein. Fest steht ebenfalls, dass am 25. März das Mandat des aktuellen «Comité exécutif» auslief und dieses nun geschäftsführend ist. Eine unglückliche Situation, da die vier Personen eine Gegenliste von ebenfalls vier Personen bei dieser Wahl gehabt hätten, die aus der «Délégation nationale des enseignants» (DNE/vorher «Lehrerkomitees») hervorging.
Elektronische Abstimmung
Um vor dem juristischen Imbroglio nun dieses zuerst aufzulösen, hat der Schlichter vorgeschlagen, generell für Apess-Vorstandswahlen die Möglichkeit einer elektronischen Abstimmung ins Auge zu fassen, und im Besonderen für den Herbst 2016 eine solche zu ermöglichen. Dies passiert nun vom 25. bis 29. Oktober. Eine neutrale und gesicherte Plattform wird hierfür den 1.300 bis 1.400 Apess-Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Ein Richter wird das Erstellen des Wahlregisters anhand der Mitgliederliste sowie bezahlter Mitgliederbeiträge überwachen und die Abstimmung eröffnen. Die «elektronische Urne» wird nach der Abstimmung von einem Gerichtsvollzieher geöffnet, der die Auswertung vornehmen wird.
Der amtierende Apess-Präsident, Daniel Reding, sagte Tageblatt.lu auf Nachfrage, er sei der Meinung, dass diese Abstimmung nun demokratischer nicht sein könne: «Nun können wirklich alle mit abstimmen, und das während vier Tagen, wobei die Prozedur fünf Minuten dauert. Diese Zeit sollte jeder aufbringen können.» Reding geht davon aus, dass an dieser Prozedur kaum jemand etwas auszusetzen haben sollte: «Die Prozedur wurde externalisiert, an die Justiz. Neutraler geht es kaum. Die Zeit vom Schmutzige-Wäsche-Waschen soll vorbei sein, der gemeinsame ‚Gegner‘ befindet sich nicht in der Apess, sondern außerhalb. Darauf müssen wir uns wieder konzentrieren.»
Reding-Liste gegen Berns-Liste
Die zur Auswahl stehenden Kandidaten sind logischerweise dieselben wie bei der Generalversammlung im März, da es ja keine neue Einberufung und keine neue Frist für Kandidaturen gab.
D.h. austretend und wiederwählbar sind Präsident Daniel Reding, Vizepräsident Alain Kieffer, Generalsekretär Eric Bruch und Kassierer Pascal Zeihen. Die DNE-Gegenkandidaten sind André Berns (Präsident), Marco Breyer (Vizepräsident), Patrick Beil (Generalsekretär) und Gilles Everling (Kassierer).
Weitere Informationen findet man auf der Apess-Internetseite. Unter der Rubrik «Ressources», dann «AGO», ist im Übrigen auch das Schlichtungsabkommen einsehbar (Link).
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