Vor der Kriminalkammer des Berufungsgerichtes war am Dienstag der Auftakt des Prozesses rund um den sogenannten Axtmord in Hassel. Am 1. November 2010 wurde der 69 Jährige Camille K. in seinem Haus in Hassel tot aufgefunden. Er wurde auf brutalste Art und Weise mit einer Axt erschlagen. In erster Instanz wurden drei Personen zu lebenslanger Haft verurteilt.
Zu Beginn des Prozesses entschied der Vorsitzende des Berufungsgerichtes, dass die Angeklagten nicht mit Handschellen auf der Anklagebank sitzen müssen. Anschließend beantragten die Verteidiger von Charles C., Me Liliane Glock und Me Sébastien Lanoue die Aussetzung des Prozesses. Es gäbe nicht ausreichende Elemente in der Akte um die drei Angeklagten zu lebenslanger Haft zu verurteilen. «Es gibt in der Akte Indizien, jedoch keine konkreten Beweise gegen Charles C.», so Me Liliane Glock. Am Tatort wurde keine DNA Spuren vom Täter gefunden. Auch gingen die beiden Rechtsanwälte darauf ein, dass die Ermittlungen nur in eine Richtung gemacht wurden und zwar gegen ihren Mandanten.
Zeit
In erster Instanz hatte der damalige Verteidiger von Charles C., Me Pim Knaff, dies bereits unterstrichen. Me Glock und Me Lanoue beantragten nun Gegengutachten. «Ein Ermittler, der ebenfalls an der Magistraturschule in Bordeaux unterrichtet wäre die ideale Person für dieses Gutachten», so Me Glock. Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft Jeanne Guillaume war der Meinung, dass es nicht notwendig sei ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben. Dies würde erneut viel Zeit in Anspruch nehmen und den Prozess unnötig in die Länge ziehen.
Das Gericht kam der Forderung der Rechtsanwälte nicht nach und entschied den Prozess fortzusetzen. Danach ging sowohl der Verteidiger von Jérémy B., Me Frank Rollinger, als auch der Rechtsanwalt von Pascal K., Me Philippe Penning darauf ein warum sie Berufung eingelegt haben. Auch gingen die Rechtsanwälte darauf ein, dass der Vorsitzende Richter in erster Instanz ihre Mandanten regelrecht beleidigt hatten.
Vier Sitzungen
Der Berufungsprozess sollte ursprünglich Mitte Oktober des Jahres 2014 beginnen, jedoch wurde er immer wieder verschoben. In erster Instanz hatte der Prozess mehr als 20 Sitzungen beansprucht. Die Akte umfasst zum jetzigen Zeitpunkt 26 Ordner. Am kommenden Freitag wir der Prozess fortgesetzt. Insgesamt vier Sitzungen sind für den Berufungsprozess vorgesehen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können