Die Fingerabdrücke des Erschossenen stimmten mit denen überein, die der aus Casablanca stammende Ali S. 2013 nach einem Raubüberfall in der südfranzösischen Region Var abgegeben habe, verlautete aus Ermittlerkreisen. Allerdings gebe es noch Zweifel, weil der Mann älter aussehe als 20.
Der Angreifer war am Jahrestag des Terroranschlags auf «Charlie Hebdo» an einer Pariser Polizeiwache erschossen worden. Nach Angaben der Behörden war er mit einem Fleischermesser bewaffnet und trug die Attrappe einer Sprengstoffweste, als er mit dem Ruf «Allahu Akbar» auf Beamte zustürmte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts. Bei dem Mann wurde nach offiziellen Angaben ein Zettel mit dem Symbol des sogenannten Islamischen Staats gefunden.
Zwei Schüsse
Kurz vor dem Angriff im Norden der Stadt hatte Präsident François Hollande bei einer Gedenkveranstaltung zum Angriff auf die Satirezeitschrift in einem anderen Teil von Paris auf die anhaltende Terrorgefahr hingewiesen. Am 7. Januar 2015 hatten islamistische Terroristen die Redaktion in Paris angegriffen und zwölf Menschen ermordet. Bei Attacken auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt an den beiden folgenden Tagen kamen fünf weitere Menschen um. Die insgesamt drei Angreifer wurden getötet. Wegen diverser Gedenkfeiern diese Woche herrschte Nervosität. Vor Schulen wurden Soldaten postiert, Sicherheitskräfte waren noch sichtbarer als zuvor.
In dieser gespannten Situation lief der Mann laut Staatsanwaltschaft gegen 11.30 Uhr mit den «Gott-ist-Groß»-Rufen auf Polizisten vor dem Revier in Goutte d’Or in der Nähe des Gare du Nord zu und bedrohte sie mit dem Messer. Nach Angaben des Augenzeugen Alexis Mukenge forderten die Polizisten den Mann auf stehenzubleiben. Dann hätten sie zwei Mal geschossen, und der Mann sei zu Boden gefallen, sagte Mukenge dem Sender iTele. Ähnlich schilderte auch der Polizeigewerkschafter Yvan Assioma dem Sender den Vorfall.
Kein Sprengstoff
Aus Behördenkreisen hieß es, aus der Kleidung des Mannes hätten Drähte hervorgeragt. Sprengstoffexperten eilten an den Tatort. Später teilten Beamte mit, die mutmaßliche Sprengstoffweste sei nicht echt gewesen. Zwei U-Bahnlinien, die durch das Viertel führen, wurden zeitweise unterbrochen. Anwohnerin Nora Bourrias kam wegen Barrikaden zeitweise nicht nach Hause und sagte erschüttert: «Es ist, als ob diese Sache mit ‚Charlie Hebdo‘ noch immer nicht vorbei wäre.»
Lesen Sie auch:
Zu Demaart















Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können