Dienstag17. Februar 2026

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Alternativrouten für Flüchtlinge schließen

Alternativrouten für Flüchtlinge schließen
(Michael Kappeler/ dpa)

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Die Balkanroute ist bereits dicht, die EU baut ihre Zusammenarbeit mit der Türkei aus - und jetzt wollen EU-Staaten weitere Wege nach Nordwesten verbauen.

Nach der Schließung der Balkanroute wollen EU-Staaten Flüchtlinge daran hinden, auf andere Routen auszuweichen. Der italienische Innenminister Angelino Alfano kündigte am Donnerstag an, mit Albanien entsprechende Gespräche führen zu wollen.

Es gehe darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um illegale Migration zu verhindern, erklärte er am Rande eines EU-Innenministertreffens in Brüssel. Albanien grenzt an den Nordwesten von Griechenland und gilt deswegen als alternatives Transitland.

Über die Adria

Von dort aus könnten Flüchtlinge versuchen, mit Schiffen über die Adria nach Italien zu gelangen. Zusätzlich bietet Albanien die Möglichkeit, auf dem Landweg in Richtung Norden weiterzureisen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière wies darauf hin, dass Flüchtlinge auch wieder verstärkt versuchen könnten, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Italien zu kommen. «Es gibt die Sorge, dass es andere Routen gibt», sagte der CDU-Politiker. Man sei deswegen mit den Italienern im Gespräch, um frühzeitig eine ähnliche Entwicklung wie auf der Balkanroute zu vermeiden.

Hilfe für Flüchtlinge

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, der auch für Migration zuständig ist, forderte Hilfe für die in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge. «Wir haben jetzt genug über Grenzen gesprochen. Es sind scheußliche Bilder», sagte er mit Blick auf die verzweifelte Lage der Migranten in Idomeni an der mazedonischen Grenze. «Das muss geregelt werden.»

De Maizière verwies darauf, dass die griechischen Behörden «andere, bessere Unterkünfte» angeboten hätten. «Und es ist nicht zu viel verlangt von den Flüchtlingen, dass sie in bessere Unterkünfte gehen als in den schlechten, in denen sie bisher sind.»

Europa müsse Griechenland helfen, allerdings sei die Zahl der Flüchtlinge dort im Verhältnis zur Bevölkerung «immer noch deutlich niedriger» als in Deutschland, Österreich oder Schweden im vergangenen Jahr.

Kein Durchkommen mehr

«Die Zeit des Durchwinkens ist vorbei», betonte de Maizière. Nachdem Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien ihre Grenzen geschlossen haben, ist die Balkanroute praktisch dicht.

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner begrüßte die jüngsten Entwicklungen. «Das Ehrlichste ist es, wenn man den Flüchtlingen sagt: Es gibt kein Durchkommen mehr über die Balkanroute, dass die Balkanroute geschlossen ist, weil dann wird man auch keine Hoffnungen und Erwartungen wecken.»

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