Freitag2. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

«Alle sind sehr passiv»

«Alle sind sehr passiv»
(Reuters)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Überwachte E-Mails, Festplattenklau und überwachte Telefonate: In Luxemburg herrscht großes Schweigen. Auch bei CASES wundert man sich über die Ruhe bei dem Thema.

Die Überraschung über Spionage der Amerikaner ist in Luxemburg nicht so groß gewesen. Nicht nur die USA seien aktiv, auch die Briten, Russen, Chinesen, Deutschen und Franzosen wollen wissen was bei uns durch die Datennetze geht, heißt es aus Sicherheitskreisen. Schließlich ist Luxemburg immer noch ein wichtiger Bankenstandort und Sitz zahlreicher EU-Insitutionen. Details nennt man nicht. Kein Wunder, Luxemburg ist abhängig von Geheimdienstinformationen der Nachbarn und aus Übersee. Als Nato-Mitglied kann Luxemburg auf zahlreiches Wissen unter anderem der US-Dienste zurückgreifen. Also wird lieber geschwiegen oder wartet auf «Konsequenzen» aus der EU-Kommission.

Dass es den USA und anderen Ländern, dabei längst nicht nur um den Kampf gegen den Terror geht, sondern auch um handfeste Wirtschaftsspionage, ist auch den Luxemburgern klar. François Thill vom Informations-Sicherheitsportal CASES wundert sich allerdings über die Ruhe zu dem Thema: «Alle sind komischerweise sehr passiv beim dem Thema. Vielleicht sucht man ja noch nach Antworten.»
Auch Luxemburger Wirtschaftsunternehmen hatten bislang keine Fragen zu der Spionage, erklärt Thill.

«Verschlüsselt eure Daten»

CASES will jetzt unter anderem mit «security made in Lëtzebuerg» (SMILE) einer Wirtschaftsinteressengemeinschaft auf die Gefahren der Onlinespionage hinweisen. Auch hier glaubt man nicht, dass die USA rein aus Gründen des internationalen Terrors rumschnüffeln.

Einen wirklichen Schutz für die eigenen unverschlüsselten Daten in der Cloud gibt es nicht, sagt François Thill von Cases gegenüber Tageblatt.lu. Geht es um US-Interessen sind praktisch alle internationalen Cloud-Anbieter von Datenspionage betroffen. Die Gefahr kann aber minimiert werden. Laut Thill sollte man grundsätzlich seine Daten für eine Cloud mit SSL, ein Netzwerkprotokoll zur sicheren Übertragung von Daten, schützen. Er unterstreicht: «Verschlüsselt Eure Daten, bevor Ihr sie in die Cloud schickt».

Microsoft hilft US-Diensten

Der Software-Konzern Microsoft hat eng mit den US-Geheimdiensten bei der Ausspähung von Kunden zusammengearbeitet. So sei es der NSA ermöglicht worden, die Verschlüsselung von Emails zu umgehen, berichtete die britische Zeitung «Guardian» am Donnerstag unter Berufung auf Dokumente des Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Über das Spionageprogramm Prism hätten die NSA und die Bundespolizei FBI zudem Zugriff auf den Cloud-Speicherdienst SkyDrive gehabt. Microsoft habe das Prism-Programm auch darin unterstützt, Video- und Audio-Material des Kommunikationsdienstes Skype zu sammeln.

Microsoft hat stets bestritten den US-Geheimdiensten freien und direkten Zugang zu gewähren. Kundendaten würden nur nach rechtlich einwandfreier Anforderung durch die Regierung freigegeben. «Microsoft gewährt keiner Regierung pauschal oder direkt Zugang zu SkyDrive, Outlook.com, Skype oder einen anderen Microsoft-Dienst», hieß es von Seiten des Unternehmens.