Weil sie die Finanzierung des Terrorismus bekämpfen möchte, hat eine Bank in Luxemburg die Überweisung kleinerer Geldbeträge an eine in Bedrängnis geratene Tuareg-Familie in Algerien verweigert. Der Grund: In der Überweisung hatte der Auftraggeber den Vermerk „Don Mohamed et Ali“ formuliert. Über den seltsamen Fall von vorauseilendem Gehorsam einer Bank berichtet die französischsprachige Wochenzeitung „Le Jeudi“ in ihrer neuesten Ausgabe (3.2.2011).
Es ist die Geschichte eine Luxemburger Lehrerin mit langjährigen Kontakten zu Tuaregs in Algerien. Als sie über den Todesfall von zwei Personen erfährt, ruft sie in einer Mail an Bekannten zu Spenden für die inzwischen mittellose Familie auf. Einer der Männer, Mohamed, ist an einer Krankheit verstorben, der zweite, Ali, ist tödlich verunglückt.
«Betrugsfall»
Eine Bürgerin, die auf die Mail mit dem Spendenaufruf reagiert, will mehrere Dutzend Euros überweisen. Wenige Tage später bekommt sie einen Telefonanruf von der Bank. Die Überweisung sei vom System blockiert worden, erklärt der Angestellte. Die Überweisung wurde automatisch als „Betrugsfall“ betrachtet, weil in der Bezeichnung „Don Mohamed et Ali“ steht. Die Bank sei von Rechts wegen zu Kontrollen gezwungen, so die Erklärung des Bankangestellten. Diskussion zwecklos. Auch wenn es etwas diskriminierend sei, müsse man vorsichtig sein, so die Reaktion auf die Bemerkung der spendierwilligen Frau, ob jeder Mohamed oder Ali im Verdacht stehe, El-Qaida anzugehören.
Das Verhalten der Bank ist umso befremdlicher, als andere Banken die Überweisungen anderer solidarischer Bürger problemlos ausführten. Laut „Le Jeudi“ verdächtige die Bank de facto die Person eines versuchten Gesetzesverstoßes und das allein aufgrund von zwei Vornamen, welche die Bank fälschlicherweise in Beziehung zum internationalen Terrorismus setzt.
Zu Demaart
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