Montag26. Januar 2026

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870 Millionen Menschen hungern

870 Millionen Menschen hungern
(dpa)

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Gemäss dem UNO-Welthungerbericht leiden 870 Millionen Menschen weltweit an Hunger. Die Zahl sei "inakzeptabel hoch" – dennoch ist man zuversichtlich, sie bis 2015 halbieren zu können.

Weltweit leidet jeder Achte Hunger – insgesamt rund 870 Millionen Menschen. Das geht aus dem neuen UN-Welthungerbericht hervor. Obwohl es im Kampf gegen die chronische Unterernährung größere Fortschritte gegeben habe als bislang angenommen, sei die Zahl noch immer inakzeptabel hoch, teilten die Organisationen FAO, Ifad und WFP am Dienstag in Rom mit. Es sei nicht hinnehmbar, dass mehr als 100 Millionen Kinder unter fünf Jahren untergewichtig seien und dass jedes Jahr 2,5 Millionen Kinder an Hunger stürben.

Gestiegen sei die Zahl der Hungernden in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, speziell in Burundi und der Elfenbeinküste, heißt es in dem Bericht. Betroffen seien ebenso Usbekistan, Guatemala und der Irak. Vor allem in Südost- und Ostasien sowie in Lateinamerika gebe es dagegen Erfolge.

Ziele

Angesichts neuer, methodisch angepasster Berechnungen kann nach Einschätzung der Organisationen bei entsprechenden Anstrengungen das UN-Millenniumsziel noch erreicht werden. Das sieht vor, bis 2015 den Anteil der Hungernden zu halbieren. Noch vor einem Jahr hatten die UN-Organisationen bezweifelt, dass angesichts von Finanz- und Nahrungsmittelkrise dieses Ziel erreichbar ist.

Voraussetzung seien stabile Nahrungsmittelpreise und wirtschaftliche Erholung. Wachstum und Armutsbekämpfung stünden nicht im Widerspruch, unterstrichen die UN-Organisationen. Im Gegenteil: Wachstum helfe auch den Armen, sie müssten aber einbezogen werden. Auch Bildung sei ein wichtiges Thema.

Null

In den Entwicklungsländern allein haben etwa 850 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Jedoch ging nach neuen Berechnungen der Anteil der Hungernden an der Bevölkerung von 23,2 Prozent in den 1990er Jahren auf nun 14,9 Prozent zurück. «Das ist eine gute Nachricht», sagte der Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FA0), José Graziano da Silva. «Wir müssen aber anerkennen, dass die Zahl immer noch zu hoch ist. Die einzige akzeptable Zahl für Hunger ist Null.»

Luca Chinotti von der nichtstaatlichen Organisation Oxfam unterstrich, die stagnierende Entwicklung der vergangenen fünf Jahre müsse die Alarmglocken schrillen lassen. Nach den neuen Berechnungsmethoden, die unter anderem neue Bevölkerungszahlen berücksichtigen, lag im Zeitraum von 1990 bis 1992 die Zahl der Hungernden in den Entwicklungsländern bei 980 Millionen, früher war sie auf 833 Millionen geschätzt worden.

Außer der FAO verbreiteten den Bericht auch das Welternährungsprogramm (WFP) sowie der Weltfonds für Agrarentwicklung (Ifad).