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800 Misrata-Flüchtlinge erreichen Bengasi

800 Misrata-Flüchtlinge erreichen Bengasi

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Ein Schiff mit etwa 800 Flüchtlingen aus der belagerten Stadt Misrata hat einen sicheren Hafen erreicht. Inzwischen sucht die Kontaktgruppe weiter nach einer Lösung.

Die von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gecharterte Fähre «Red Star One» traf am Donnerstagmorgen in Bengasi ein, berichtete ein Reporter der BBC aus der ostlibyschen Aufständischen-Metropole. Das Schiff brachte vor allem in Misrata gestrandete afrikanische Gastarbeiter in Sicherheit. An Bord waren aber auch verletzte Zivilisten aus Misrata sowie eine Gruppe von ausländischen Journalisten.

In der fünften Woche des Libyen-Einsatzes fliegt die Nato fast so viele Luftangriffe wie zu dessen Beginn. Am Mittwoch griffen Kampfflugzeuge des Militärbündnisses sieben Munitionsdepots, sechs Panzer, zwei Raketenwerfer und ein bewaffnetes Fahrzeug der Gaddaffi-Truppen an. Das Nato-Hauptquartier berichtete am Donnerstag über insgesamt 62 Luftschläge auf die Hauptstadt Tripolis sowie die Städte Misrata, Ras Lanuf, Al-Sintan und Sirte.
2042 Luftangriffe hat das Militärbündnis seit dem 31. März insgesamt geflogen, mit dem Ziel, die Zivilbevölkerung vor Übergriffen zu schützen. Die Anzahl der Angriffe mit Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern ging nur nach den ersten drei Tagen leicht zurück, dann blieb sie konstant. Während der letzten 34 Tage gab es im Durchschnitt täglich etwa 59 Luftangriffe gegen Gaddafis Armee. (dpa)

Der Seeweg ist der einzige Zugang zu der heftig umkämpften Stadt. Die Evakuierung kam unter abenteuerlichen Umständen zustande. Zunächst hatte die «Red Star One» fünf Tage vor der Hafeneinfahrt von Misrata gelegen, weil diese von Gaddafis Truppen beschossen wurde und zudem vermint worden war. Nachdem das Schiff schließlich am Mittwoch in Misrata angelegt hatte, beschossen die Gaddafi-Truppen den Hafen mit Raketen, berichtete ein Reporter der britischen Tageszeitung «Guardian». Die Besatzung stand kurz davor, unverrichteter Dinge umzukehren.

Eine Afrikanerin und ihre zwei Kinder wurden bei dem Raketenbeschuss getötet, unter den Wartenden brach Panik aus. Die IOM wollte vor allem Gastarbeiter aus der Stadt bringen. Doch auch Dutzende libysche Familien stürmten auf das Schiff. Sie wollten wegen der schlechten Versorgungslage aus der eingeschlossenen Stadt entkommen. Milizionäre der Rebellenstreitkraft gaben Warnschüsse in die Luft ab. Rund 100 Afrikaner blieben wegen fehlender Plätze in Misrata zurück, hieß es in dem «Guardian»-Bericht.

Druck muss erhöht werden

Die internationale Libyen-Kontaktgruppe will die Suche nach einer politischen Lösung für das nordafrikanische Land vorantreiben. In Libyen gingen indes die Kämpfe weiter. Bei der Tagung geht es auch um eine bessere Koordinierung der humanitären Hilfe sowie um finanzielle Unterstützung für den Nationalen Übergangsrat der Aufständischen in Bengasi.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte , den politischen Druck auf Libyens Machthaber zu erhöhen, «um der Gewalt gegen die Zivilisten ein Ende zu setzen und den demokratischen Übergang in eine bessere Zukunft zu ermöglichen». Dazu gehöre aber auch mehr militärischer und wirtschaftlicher Druck. Die Kontaktgruppe hatte zuvor schon in London und dem Golfstaat Katar getagt.

An den Beratungen nehmen die Vertreter von insgesamt 40 Staaten und internationalen Organisationen teil. Dazu gehören auch die Außenminister aus Frankreich und Großbritannien sowie der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa. Die meisten Mitglieder der Kontaktgruppe sind auch am Militäreinsatz in Libyen beteiligt.