Bei einer von einem Drogenkartell angezettelten Gefängnisrevolte in Mexiko sind mindestens 52 Menschen getötet worden. Zwölf weitere Menschen seien verletzt worden, fünf von ihnen lebensgefährlich, teilte der Gouverneur des Staates Nuevo León, Jaime Rodríguez, am Donnerstag mit. «Wir erleben eine Tragödie», sagte er.
Am Freitag wird Papst Franziskus zu einem mehrtägigen Besuch in Mexiko erwartet. Der Kampf zwischen zwei verfeindeten Häftlingsgruppen im Topo-Chico-Gefängnis der nordmexikanischen Stadt Monterrey begann vor Mitternacht. Eine Gruppe sei von einem ranghohen Mitglied des Zeta-Kartells angeführt worden, sagte Rodríguez. In Lagerräumen wurden Feuer gelegt. Erst um 01.30 Uhr beendeten Bundes- und Bereitschaftspolizisten den Aufstand. Niemandem sei die Flucht gelungen, sagte der Gouverneur.
A empujones y pedradas, familiares intentan derribar puerta del #PenaldelTopoChicohttps://t.co/A8Isgh0Yor https://t.co/ZpgO0Oc0VB
— Telediario (@telediariomty) 11. Februar 2016
Gewaltexzesse
Bei allen Opfern handele es sich um Männer. Ob auch Gefängnismitarbeiter darunter waren, wie verschiedene Medien berichteten, blieb aber offen. Besorgte Angehörige waren noch vor Sonnenaufgang zum Gefängnis geeilt und warteten verzweifelt auf Nachrichten. Einige warfen Steine auf die Polizisten, die den Eingang zum Gefängnis bewachten. Über dem riesigen Komplex hing eine dichte Rauchwolke.
Mexikos Gefängnisse sind chronisch überfüllt und wegen der häufigen Gewaltexzesse berüchtigt. Gouverneur Rodríguez machte die unzumutbaren Haftbedingungen am Donnerstag mit für die Revolte verantwortlich. Die von Präsident Enrique Peña Nieto angekündigte Reform des Strafvollzugs wurde bislang nicht in die Tat umgesetzt.
URGENTE | La riña que habría dejado 50 muertos en #TopoChico NL fue provocada para facilitar el escape de reos pic.twitter.com/Dly4OLUlwt
— Alekx Rödríguez (@alekx_04) 11. Februar 2016
Papst-Besuch
Der Ausbruch von Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán aus einem vermeintlichen Hochsicherheitsgefängnis im vergangenen Juli hatte das ganze Justizsystem erschüttert. Die jüngste Tragödie ereignete sich nur einen Tag vor dem Mexiko-Besuch von Papst Franziskus. Der Argentinier will sich ab Freitag eine Woche lang in dem zentralamerikanischen Staat aufhalten. Auf seinem Programm steht der Besuch eines besonders berüchtigten Gefängnisses in der nördlichen Grenzstadt Ciudad Juárez, die Fest im Griff der Drogenkriminalität ist.
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