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49 Millionen Euro für den Staat

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LUXEMBURG - Die BGL kann zufrieden sein: Die Bank hat im vergangen Jahr ein Ergebnis von 336 Millionen Euro erwirtschaftet.

Der luxemburgische Staat dürfte angesichts knapper Kassen mit dem Resultat der Bank zufrieden sein. Sie überweist ihm eine Dividende in Höhe von 49 Millionen Euro.

Die BGL hat sich im vergangenen Jahr in ihrem inneren Wert gestärkt. Sie hat ihre Exposition gegenüber Staatsanleihen abgebaut. Sie hat ihre eigene Schulden auf fünf Millionen zurück gefahren.

Rückstellungen von 41 Millionen Euro

Finanzchef Carlo Kessel kündigte auf der Bilanzpressekonferenz gleichzeitig an, dass die Bank im vergangenen Jahr Rückstellungen in Höhe von 41 Millionen Euro für Restrukturierungen gebildet habe, darunter auch für Vorruhestandsregelungen und die Überprüfung der Geschäftsmöglichkeiten. Die Zahl der Mitarbeiter werde in den kommenden drei Jahren sinken, kündigte Bankenchef Carlo Thill an.

Bei der BGL ist im vergangen Jahr die Kreditsumme um zwei Prozent gestiegen. Dies geht insbesondere auf Immobilienkredite zurück. Die Nachfrage aus der Industrie nach Krediten war dagegen so gut wie nicht vorhanden. Bei den Einlagen sagte Carlo Thill, dass sie insbesondere bei den vermögenden Kunden um sechs Prozent angestiegen seien.

Steuerangelegenheiten in Ordnung bringen

Die BGL, sagte Thill weiter, werde sich konsequent von Kunden trennen, die sich weigern würden ihre Steuerangelegenheiten in ihren Heimatländern in Ordnung zu bringen. Man werde mit allen Kunden reden, bei denen die Vermutung bestehe, dass ihre Steuerangelegenheiten bereinigt werden müssten. Man werde ihnen auch dabei helfen. Luxemburg habe dabei den Vorteil, die Systeme rund um das Land zu kennen. Auch müsse niemand, der eine Selbstanzeige stelle, sein Geld in sein Heimatland zurückziehen. Wichtig sei lediglich, dass die Situation im jeweiligen Land regularisiert werde.

Die BGL hat im vergangenen Jahr nicht nur begonnen, die Kunden auf ihre Steuer-Ehrlichkeit hin anzusprechen. Das Finanzinstitut hat auch in 200 bis 230 Fällen die Staatsanwaltschaft auf verdächtige Kontobewegungen aufmerksam gemacht, für die es keine Erklärung gab. Bedauerlicherweise, so Thill, lässt das Gesetz keinen Spielraum zu. Die Bank kann dann nicht den Verdacht mit dem Kunden abklären.

Veränderungen in den nächsten drei Jahren

Das Bankwesen wird in den kommenden drei Jahren erhebliche Veränderungen erfahren erläutert Thill. Einerseits wird die normale Kontobehandlung mehr und mehr standardisiert und automatisiert werden und mehr und mehr von Automaten übernommen werden. Andererseits wird der Kunde immer noch den persönlichen Service eines Kundenberaters in Anspruch nehmen können. Allerdings ließ Thill keinen Zweifel daran, dass die Automatisierung fortschreiten werde.

In einer Sicht auf drei Jahre wird die Bank sich auf den in Luxemburg residierenden Kunden und die Grenzgänger, also den lokalen Kunden ausrichten. Den Verlust von Kunden wird die BGL durch europäische Kunden und durch Unterenehmen ausgleichen müssen. Thill: „Auch wenn wir uns auf die keimische Kundschaft ausrichten, sehen wir schon das Bedürfnis, uns zu internationalisieren.

Geschäft mit vermögenden Kunden

Die Gründung eines Family Offices innerhalb der Bank, die Thill in diesem Zusammenhang ankündigt, ist die Folge des Privatbank-Geschäftes mit vermögenden Kunden, das im vergangenen Jahr deutlich zugelegt hat.

Die BNP Paribas aus Paris übe im Bereich der Steuer-Ehrlichkeit keinen Druck auf die BGL aus, sagt Thill. Der Hauptaktionär respektiere die Gesetzestreue der Bank in Luxemburg und stelle keine Ansprüche. „Wir respektieren das Bankgeheimnis in Luxemburg“, betont Thill.