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400.000 Asylbewerber seit Anfang des Jahres

400.000 Asylbewerber seit Anfang des Jahres
(AFP/Kurt Desplenter)

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Fast 400.000 Menschen suchten laut Eurostat im ersten Halbjahr Schutz in Europa. Alleine im zweiten Quartal waren es 213.000. Und ein Ende des Andrangs ist nicht in Sicht.

Die Zahl der Asylbewerber in der EU ist im zweiten Quartal weiter gestiegen. Wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte, suchten zwischen April und Juni 213.200 Menschen Schutz in den 28 EU-Staaten. Dies waren 15 Prozent mehr als im ersten Quartal und 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit beantragten im ersten Halbjahr fast 400.000 Menschen Asyl in der EU.

Die meisten Asylbewerber kamen im zweiten Quartal aus Syrien (21 Prozent), gefolgt von Menschen aus Afghanistan (13 Prozent) und Albanien (acht Prozent). In Deutschland stellten nach den Eurostat-Daten mit 80.935 die meisten Menschen im zweiten Quartal einen Asylantrag – dies waren den Angaben zufolge 38 Prozent aller Asylanträge in der EU. Es folgten Ungarn (32.675), Österreich (17.395), Italien (14.895), Frankreich (14.685) und Schweden (14.295). In Luxemburg stellten im zweiten Quartal 245 Personen einen Asylantrag. Im ersten Quartal dieses Jahres waren es 260.

Asylanträge pro Einwohner

Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl verzeichnete Ungarn aber die meisten Anträge (3317 pro einer Million Einwohner). Es folgten Österreich (2026), Schweden (1467) und Deutschland (997). Die geringsten Zahlen im Vergleich zur Bevölkerung verbuchten die Slowakei (5), Kroatien (6), Rumänien (19), Slowenien (20), Litauen (21), Portugal (24) und Tschechien (26). Pro Million Einwohner zählt Luxemburg 471 Anträge, so Eurostat. Im EU-Schnitt waren es 420 erstmalige Asylanträge auf eine Million Einwohner.

Einen großen Anstieg der Erstanträge gab es – im Vergleich zum Vorquartal – in den Niederlanden (+159 Prozent), in Lettland (+123 Prozent), in Österreich (+79 Prozent), in Finnland (+67 Prozent) und in Dänemark (+66 Prozent). Europaweit stieg die Anzahl der Erst-Asylbewerber zwischen dem ersten und dem zweiten Vierteljahr 2015 um 15 Prozent – im Jahresvergleich sogar um 85 Prozent.

Die meisten Asylbewerber (44 000 beziehungsweise 21 Prozent aller EU-Erstanträge) kamen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Hauptzielländer waren für sie Deutschland, Ungarn, Österreich und Schweden. Aus Afghanistan kamen 27 000 Menschen (13 Prozent), mehr als die Hälfte von ihnen stellte ihren Asylantrag in Ungarn. Albaner stellten die drittgrößte Gruppe (17 700 Personen/8 Prozent). Fast alle von ihnen bewarben sich in Deutschland um Asyl. In Luxemburg kamen im zweiten Quartal 2015 die meisten Asylbewerber aud dem Kosovo (50), gefolgt von Albanien (25) und Bosnien und Herzegowina (25).

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