Dienstag20. Januar 2026

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230 Tote und ein Atommeiler ohne Strom

230 Tote und ein Atommeiler ohne Strom

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Viele Tote, große Zerstörungen - bei Tornados im Süden der USA sind seit Mittwoch mindestens 230 Menschen ums Leben gekommen. Ein Atommeiler ist vom Netz abgeschnitten.

Die Zahl der Toten nach den verheerenden Tornados im Süden der USA steigt weiter. Nach Angaben des Senders CNN am Donnerstag kamen bis zu 230 Menschen in sechs Bundesstaaten ums Leben, allein fast 150 in Alabama. Und ein weiterer Anstieg ist zu erwarten: Nach Angaben des Senders CNN sind einige Gebiete durch umgestürzte Bäume und Trümmer so schwer zugänglich, dass sich Rettungsmannschaften erst jetzt – teils 24 Stunden nach den Unwettern – einen Weg durch die Schutthalden bahnen können.

Die Nuklearregulierungsbehörde (NRC) in Washington konzentriert ihr Augenmerk auf einen Atommeiler nahe Athens in Alabama, der bei den Unwettern am Mittwochabend (Ortszeit) von der Stromversorgung abgeschnitten worden war. Die drei Reaktoren der Browns-Ferry-Anlage schalteten sich danach automatisch ab, teilte die NRC mit. Der Vorfall sei als «ungewöhnlich» eingestuft worden – das ist die niedrigste von vier NRC-Kategorien bei der Beschreibung von Notsituationen.
Allein im US-Staat Alabama seien in der Nacht zum Donnerstag rund 130 Menschen getötet worden, berichtete der US-Sender CNN am Morgen. Hunderte Menschen wurden verletzt, viele galten zunächst als vermisst. Die Zahl der Toten war binnen weniger Stunden rasch gestiegen.

Häuserzeilen weggerissen

Die Tornados hatten ganze Häuserzeilen weggerissen, heftiger Regen löste schlimme Überschwemmungen aus. Bis Mitternacht (Ortszeit) seien mindestens 138 Tornados allein über die ebenfalls hart getroffenen Bundesstaaten Tennessee und Mississippi hinweggefegt, hieß es. Hunderttausende Menschen in der Region waren ohne Strom.

«Buchstäblich wurde Häuserblock um Häuserblock der Stadt ausradiert», zitierte CNN den Bürgermeister von Tuscaloosa (Alabama), Walter Maddox. Ein Fernseh-Meteorologe sagte, das Schicksal der Bewohner sei ungewiss. Dutzende von Straßen waren nach Überschwemmungen zunächst unpassierbar.

US-Präsident Barack Obama ordnete sofortige Hilfe für Alabama an. Dazu sollten auch Such- und Rettungskräfte gehören. «Unsere Gedanken sind bei all jenen, die von dieser Verwüstung betroffen sind, und wir loben den heldenhaften Einsatz jener, die unermüdlich gegen die Folgen dieser Katastrophe gearbeitet haben», erklärte Obama. In mehreren US-Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Schäden

Die US-Nationalgarde mobilisierte Hunderte von Mitgliedern, um in den am härtesten betroffenen Regionen zu helfen. Die schweren Stürme deckten von Texas bis Tennessee Häuser ab, kippten Autos um und ließen Strommasten umknicken. Das Ausmaß der Schäden sei noch nicht abzusehen, betonte Obama.

Die Tornadosaison in den USA dauert noch bis Juni. Mit weiteren heftigen Stürmen ist vor allem in der ersten Maihälfte zu rechnen. Bereits in den Tagen zuvor waren bei Stürmen, Tornados und Überschwemmungen in verschiedenen US-Bundesstaaten mehrere Menschen ums Leben gekommen. Vor zehn Tagen starben mindestens 40 Menschen bei tödlichen Tornados in Oklahoma und North Carolina