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1.680 ohne Abschluss

1.680 ohne  Abschluss

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LUXEMBURG - Die Zahl der Schulabbrecher ist seit ein paar Jahren stabil. Im Schuljahr 2011-2012 haben 1.680 Jugendliche (9,2 Prozent) die Schule ohne Abschluss verlassen.

Das Schulministerium stellt am Donnerstag die 8. Auflage seiner Studie über die Schulabbrecher vor. In der Erhebung werden alle Schüler erfasst, welche die Schule während des Schuljahres oder am Ende des Jahres ohne ein Zertifikat oder Diplom in der Tasche verlassen haben. Im Schuljahr 2011-2012 wurden 1.680 Schulabbrecher gezählt. Das seien 9,2 Prozent der Gesamt-Schulbevölkerung, betont das Ministerium in einer Mitteilung. Letztes Jahr wurden lediglich 1.888 Schulabbrecher (9 Prozent) gezählt. Die Zahl der Abbrecher bleibt seit dem Schuljahr 2008-2009 stabil. 2003-2004 wurden noch 17,2 Prozent Schulabbrecher festgestellt.

575 sind laut Schulministerium nur sogenannte zeitweilige Schulabbrecher. Sie haben sich inzwischen in einer anderen Schule eingeschrieben, 304 davon in Luxemburg und 271 im Ausland (oft in Belgien). 124 davon haben aber später die Schule wieder vorzeitig verlassen. 649 beenden ihre schulische Ausbildung definitiv, heißt es weiter in der Mitteilung. 159 Schulabbrecher sind ins Berufsleben eingetreten, 67 haben sich in einer Arbeitsbechaffungsmaßnahme eingeschrieben. 299 Schulabbrecher haben aber überhaupt keine Beschäftigung mehr. 456 Jugendliche schließlich konnten trotz mehrerer Versuche seitens der «Action locale pour jeunes» (ALJ) nicht erreicht werden. Viele davon seien ausgewandert, heißt es in der Mitteilung des staatlichen Informationsdienstes

Mehr Jungen als Mädchen

Jungen verlassen die Schule eher als Mädchen, wird betont. Bei den Abbrechern findet man auch mehr Ausländer als Luxemburger. Die Klassen, wo die meisten Schulabbrecher gezählt werden sind die «9e Pratique» sowie die Berufsklassen. Schüler die einen schulischen Rückstand von mindestens zwei Jahren aufweisen brechen eher ab als die anderen Schüler.

Bei den Gründen des Schulabbruchs wollen 16,3 Prozent ihrem schulischen Misserfolg zuvorkommen. 14,6 Prozent der Abbrecher wollen die Schule oder die Ausbildung wechseln. 12,7 Prozent der Jugendlichen haben das Interesse an der Ausbildung verloren, 12,5 Prozent gaben nur an, «einen neuen Weg» einschlagen zu wollen und 11,5 Prozent der Schulabbrecher erklärten, dass sie sowieso keine Lehrstelle finden würden.

Das Ziel: Unter 10 Prozent bleiben

Im europäischen Vergleich liegt Luxemburg auf einer Sitzenposition. In vielen anderen Ländern beenden mehr junge Leute ihre Schulzeit vorzeitig, ohne Abschluss. Die EU-Kommission schreibt im Rahmen der Agenda 20020 vor, den Prozentsatz der Schulabbrecher unter 10 Prozent zu halten.

Luxemburg hat eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, welche die Zahl der Schulabbrecher reduzieren soll: Persönliche Betreuung der Abbrecher, Schule der «zweiten Chance», schulische und berufliche Orientierung der Jugendlichen … Seit 2003 werden Schulabbrecher namentlich in einer Liste aufgeführt. Das Register wird jeden Monat mit Hilfe der Schülerdateien aktualisiert. Mitarbeiter der ALJ setzen sich mit jedem Schulabbrecher in Verbindung, um die Gründe des Abbruchs zu erfahren und Informationen über seine persönliche Situation zu sammeln. Die ALJ hilft gegebenenfalls dem Jugendlichen bei der Jobsuche oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Regierung will jetzt einen Schritt weitergehen und ein größeres Augenmerk auf die Vorbeugung des Schulabbruchs richten.