Dienstag20. Januar 2026

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16 verletzte Polizisten

16 verletzte Polizisten
(AFP)

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Bleikugeln und andere Wurfgeschosse flogen den Polizisten im französischen Amiens um die Ohren, als sie in eine Banlieue vorstiessen.

Bei schweren Zusammenstössen zwischen Jugendlichen und der Polizei in der nordfranzösischen Stadt Amiens ist in der Nacht zum Dienstag erheblicher Sachschaden entstanden. Zudem wurden 16 Polizisten durch Bleikugeln, Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse verletzt. Etwa hundert Jugendliche hätten am Montagabend begonnen, die Sicherheitskräfte zu bedrängen, die in ein Problemviertel, eine Banlieue, im Norden von Amiens eingerückt waren, nachdem es dort bereits am Sonntag Zusammenstösse gegeben hatte, teilte die Präfektur mit.

«Die Auseinandersetzungen waren sehr, sehr gewaltsam», sagte der Bürgermeister von Amiens, Gilles Dumailly, dem Fernsehsender BFM. Junge Randalierer hätten Autos und Mülltonnen angezündet. Auch seien drei öffentliche Gebäude teilweise zerstört worden, darunter eine Vorschule, die nach Angaben der Stadt teilweise ausbrannte. Ein Sportzentrum sei völlig demoliert worden.

«Noch nie so schwerwiegend»

Die Beamten setzten Tränengas und Gummigeschosse ein. Die Polizei bekam die Lage erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle. In dem Viertel im Norden von Amiens kommt es regelmässig zu Vorfällen. Doch seien die Zusammenstösse «noch nie so schwerwiegend gewesen», fügte die Präfektur hinzu.

Der Bürgermeister von Amiens, Gilles Demailly, sprach von «trostlosen Szenen». Überall seien Mülleimer und Autos ausgebrannt. Erstmals seien auch öffentliche Gebäude betroffen. Er habe seit Monaten um Unterstützung gebeten, weil die Spannungen gewachsen seien.

Unruhen wegen Polizeikontrolle

Das Viertel zählt zu den landesweit 15 Sicherheitszonen, für die der neue sozialistische Innenminister Manuel Valls ab September zusätzliche Sicherheitsmassnahmen angekündigt hat.

Zu den Zusammenstössen kam es, nachdem die Polizei am Sonntag einen Autofahrer wegen gefährlichen Fahrens kontrolliert hatte. In der Folge kam es zu Auseinandersetzungen mit Bewohnern des Viertels, die das Vorgehen der Polizei als überzogen empfanden.