Sonntag18. Januar 2026

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13 Tote bei blutiger Demonstration

13 Tote bei blutiger Demonstration
(Reuters)

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Bei Protesten in der syrischen Stadt Daraa sind am Freitag mindestens 13 Demonstranten getötet worden. Sicherheitskräfte setzten Tränengas und scharfe Munition ein.

Am Freitag hatten sich tausende
Demonstranten in Daraa versammelt. Die Stadt gilt als Zentrum
der seit Wochen andauernden Proteste gegen die Regierung. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind seit Beginn der Unruhen im März mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen. Auch in der kurdischen Stadt Amuda im Nordosten des Landes kam es
am Freitag zu Protesten, wie ein Aktivist mit Verbindungen zu den
Demonstranten sagte. Ein anderer berichtete aus Duma, einem Vorort
der Hauptstadt Damaskus, er rechne mit vielen Protestteilnehmern.
Hunderte Aktivsten und Bewohner hatten sich diese Woche getroffen,
um die Vorbereitungen für die Demonstration zu treffen.

Die Telefonleitungen nach Duma waren am Freitag offenbar
unterbrochen. Nach Angaben von Aktivisten in Damaskus, die sich auf
Berichte von Personen aus Duma bezogen, protestierten dort tausende
Menschen vor der großen Moschee. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte gab es nicht. Seit
Beginn der Proteste in dem Land hat die syrische Regierung der
Medienberichterstattung Restriktionen auferlegt. Protestorganisatoren haben Syrier aufgerufen, jeden Freitag auf
die Straßen zu ziehen, um Reformen zu fordern.

Unruhen mit Zugeständnissen ersticken

Mit den Demonstrationen ist der Druck auf das Regime von
Präsident Baschar Assad gestiegen, dessen Familie das Land seit
knapp 40 Jahren regiert. Assad versuchte jüngst, mit einer Reihe von Zugeständnissen die Unruhen im Land zu ersticken. Unter anderem verlieh er am Donnerstag tausenden Kurden die syrische Staatsbürgerschaft. Er ging damit auf jahrzehntelange Forderungen der kurdischen Minderheit im Land ein.
Viele syrische Aktivsten betrachten die Zugeständnisse der Regierung
jedoch weiterhin mit Skepsis. Diese Entscheidungen seien nur
kosmetischer Natur, sagte Oppositionsführer Haitham al Maleh. «Sie berühren nicht den Kern des Problems.»