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12 Tote bei Schießerei im «Charlie Hebdo»

12 Tote bei Schießerei im «Charlie Hebdo»
(AFP)

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Zwei schwer bewaffnete Männer haben am Mittwoch in der Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" um sich geschossen. Zwölf Menschen sterben.

Blutiger Anschlag auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» in Paris: Zwei schwer bewaffnete Männer haben am Mittwoch den Sitz der Zeitung in Paris überfallen, dabei wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft und von Ermittlern mindestens zwölf Menschen getötet. Die Zeitung ist seit Jahren für ihre provokanten Mohammed-Karikaturen bekannt.

Augenzeugenbericht
Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehsender iTELE, er habe von einem benachbarten Gebäude aus gesehen, wie vermummte Männer mit Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow das Haus im Zentrum von Paris betreten hätten. «Einige Minuten später waren viele Schüsse zu hören.» Die Männer seien dann weggerannt.

Der Angriff ist nach den Worten von Frankreichs Präsident François Hollande ein «Terroranschlag» gewesen. «Daran gibt es keinen Zweifel», sagte der Präsident am Mittwoch in Paris, als er den Ort der Bluttat im elften Arrondissement von Paris besuchte.

Frankreich hat die höchste Terrorwarnstufe für den Großraum Paris ausgerufen. Nach Angaben der Polizei drangen mindestens zwei vermummte Männer mit einer Kalaschnikow und einem Raketenwerfer bewaffnet in die Räume der Zeitung ein.

Der Angriff im elften Arrondissement im Zentrum von Paris habe sich gegen 11.30 Uhr ereignet. Es habe danach einen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften gegeben. Bei ihrer Flucht hätten die Angreifer einen Polizisten angeschossen und später einen Fußgänger überfahren.

«Charlie Hebdo» sorgt seit Jahren immer wieder für Skandale. Die Redaktion mit rund 20 Mitarbeitern veröffentlichte bereits 2006 umstrittene Mohammed-Karikaturen. 2011 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf die Redaktionsräume in Paris. Zuvor hatte «Charlie Hebdo» zum Wahlerfolg der Islamisten in Tunesien eine Sonderausgabe mit einem «Chefredakteur Mohammed» herausgebracht.

Satirezeitung

Im September 2012 sorgte «Charlie Hebdo» mit derben Mohammed-Karikaturen erneut für Aufsehen. Nach der Veröffentlichung mussten französische Einrichtungen in einigen Ländern aus Sicherheitsgründen zeitweise geschlossen werden. Die Internet-Seite von «Charlie Hebdo» war tagelang von Hackern gestört.

Die 1970 gegründete Satirezeitung ging aus dem verbotenen Vorgängerblatt «Hara-Kiri» hervor. Autoren und Zeichner von «Charlie Hebdo» scheren sich nicht um Begriffe wie politische Korrektheit. Zu den Attackierten zählen Mächtige aus Politik und Wirtschaft genauso wie Sekten, Rechtsextreme oder religiöse Eiferer.

75.000 Expemplare

Das zwischen Ende 1981 und 1992 wegen Geldmangels vorübergehend eingestellte Blatt muss sich auch regelmäßig vor Gericht verantworten. So gab es unter anderem Klagen nach einer bitterbösen Papst-Sonderausgabe.

«Charlie Hebdo» erscheint auf Zeitungspapier, die aktuelle Ausgabe umfasst 16 Seiten. Die wöchentliche Auflage liegt nach Verlagsangaben bei rund 75.000 Exemplaren.