Mit 62% der abgegebenen Stimmen schmetterten die Schweizer eine – ausländerfeindliche – Beschränkung der Zuwanderung ab. Abgelehnt wurde ein erhöhter steuerlicher Freibetrag für jedes Kind. Die Maßnahme hätte begüterte Steuerzahler bevorteilt. Angenommen wurde eine Ausdehnung des Vaterschaftsurlaubs. Mit der knappsten aller Mehrheiten, 50,1%, sprachen sich die Schweizer für den Kauf neuer Kampfflugzeuge aus. 52% der Stimmbürger lehnten eine Lockerung des Jagdgesetzes ab, das Abschuss-Pläne für die immer zahlreicheren Wölfe erlaubt hätte. Wer glaubt, die Schweizer wären mehrheitlich „ökologisch“ eingestimmt, muss sich fragen, weshalb die auf kantonaler Ebene vorgeschlagenen obligatorischen CO2-Einsparungen beim Häuserbau keine Mehrheit fanden. Dagegen sprachen sich die Bürger von Zürich für den Bau eines neuen Fußballstadions aus.
Die jüngsten Votationen waren insofern bedeutend, weil sich 59% der registrierten Wähler daran beteiligten. Gewöhnlich üben circa ein Drittel der Wähler ihr souveränes Recht zur direkten Demokratie aus. Nur sehr selten sind es über 50%. Das zeigt die erste Grenze der direkten Demokratie. Ein Teil der Bürger ist ganz einfach nicht an Politik interessiert. Es waren diesmal in der Schweiz immerhin 41%! Viele wichtige politische Fragen sind zu komplex, um mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet zu werden. Wie viele Eidgenossen hatten wirklich den Durchblick bei der kruzialen Frage des Kaufs neuer Jagdflugzeuge zur Verteidigung der Schweizer Neutralität?
In @HTK ‘s und @ Wöhrter ‘s Wörter geht keine Rede davon , dass im Escher schöffenrat keine enzige Frau sitzf . Niemand braucht also in die Schweiz zugehen , oder ?
Alleine der Ausdruck „ Bürgerräte“ zu gebrauchen , zieht einen Streif kommunistisch- sozialistischen Gedankengutes hinterher und erinnert an die Räterepublik längst vergangener Zeitepochen. Hoffentlich wird der Geist dieser Räterepubliken nicht mehr auferstehen um uns in einen Arbeiter und Bauernstaat der Bonzen zu führen.
@Wörther, es ist nicht alles perfekt.Aber wir Luxemburger brauchten ja auch etwas Zeit um den Frauen ihre Stellung in der Gesellschaft zu "erlauben". Irland hatte bis vor kurzem Probleme mit der Frauenpower usw. Das ändert aber nichts am System der "angewandten" Demokratie. Wir dürfen eine Petition einreichen oder uns mit Schildern vor die Chamber stellen,das war's.
@HTK "dazu brauchen sie nicht in die Schweiz zu reisen….? Es geht um Demokratie in ihrer besten Form,nicht um Homophobie,Chauvinismus oder Rassismus." Sie meinen also man konnte in der Schweiz Frauen 70 Jahre lang das Wahlrecht vorenthalten und das dann unter 'Chauvinismus' verbuchen, sich aber trotzdem für tolle Demokraten halten? So eine Demokratie hatten auch die Griechen, solange man nicht eine Frau, ein Sklave oder ein Metöke war.
@BéGé, dazu brauchen sie nicht in die Schweiz zu reisen....? Es geht um Demokratie in ihrer besten Form,nicht um Homophobie,Chauvinismus oder Rassismus.
Leute die den Job 'wollen' sind meistens mental nicht geeignet dafür. Besser wären die Jobs auszulosen für 5 Jahre und wenn man einen guten Job macht, dann kommt man wegen guter Führung 1 oder 2 Jahre eher raus.
Anfang der 50ziger wurden wir Luxemburger Studenten an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich sowie alle anderen Nicht-Schweizer als « Cheibe (weniger als Nichts) Uuslänner « behandelt. Also heute von der Schweiz als Musterland sprechen , grenzt an , sagen wier gelind, Unwissenheit ,oder ?
Bürgerbefragung IST Demokratie. Diese Form der Politik hat natürlich seine Gefahren.Wie von Herrn Goebbels erwähnt braucht es Information VOR einer Meinungsbildung.Das kleinkarierte " na warte,ich werd's euch zeigen" hat bei Stimmabgabe nichts zu suchen.So entstehen Präsidenten wie Donald Trump. Ob einige neue Kampfjets die Schweiz vor einem feindlichen Übergriff retten würden ist fraglich bei der heutigen Machtverteilung.Da ist ein Stadion vielleicht sinnvoller usw.usw. Ein Charles Goerens z.B. sieht rot wenn man ihm das Wort Referendum an den Kopf wirft. Nach dem Motto "dumbes Volk,mach was wir dir sagen" haben solche Leute kein Verständnis für Umfragen,seien sie auch nur "konsultativ". Alle 5 Jahre für irgend eine Gurkentruppe stimmen und dann wieder in den Dörnröschenschlaf verfallen ist sicher auch keine echte Demokratie. Aber vielleicht muss man Demokratie lernen.Wenn Bürger mitdenken müssen wird ihr Interesse vielleicht wieder geweckt.Jedenfalls besser als Entscheidungen von einem " Nous XY,par la grâce de Dieu" über sich ergehen zu lassen.Diese Zeiten sind längst vorbei und auch danach gab es einen langen Lernprozess in Sachen Demokratie. Platon forderte dass nur Philosophen regieren sollten.Wieso er das wohl dachte?
Die Schweiz ist KEIN Vorbild in Demokratie, noch nie gewesen. Wer das behauptet, war lange krank im Geschichtsunterricht.
"Die Schweiz ist das Musterland der direkten Demokratie. " LOL, ja, die haben uns Frauen das Wahlrecht bis in die 70er verweigert, in einigen Kantonen bis in die 90er, diese 'Demokraten'.