Schon vor der Corona-Pandemie waren Lungenentzündungen ein ernsthaftes Problem. Im vergangenen Jahr starb im Durchschnitt alle 39 Sekunden ein Kind an Lungenentzündung. Eine Lungenentzündung ist eine akute Atemwegsinfektion, die nachweisbar, behandelbar und vermeidbar ist. Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe (Pneumococcal Conjugate Vaccine, PCV) – die vor den Bakterien schützen, die Lungenentzündung und Meningitis (eine lebensbedrohliche Entzündung der Hirnhäute) verursachen – gibt es seit dem Jahr 2000. Ihre Anwendung hat sich jedoch weitgehend auf die entwickelten Länder konzentriert, und zwar aus einem einfachen Grund: Sie sind sehr teuer. Glücklicherweise könnte ein neuer Impfstoff das ändern.
Nach dem derzeitigen Stand sind besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen unverhältnismäßig stark von Lungenentzündung betroffen: Kinder und ältere Menschen, insbesondere in Entwicklungsländern. Im Jahr 2019 waren 70 Millionen Kinder nicht vollständig durch PCV geschützt. Mehr als 80% von ihnen lebten in Südostasien, im westlichen Pazifik und in Afrika. Diese Zahl könnte 2020 sogar noch steigen, da viele der Länder mit großen Populationen ungeimpfter Kinder schwere Einschränkungen ihrer Impfprogramme durch die Corona-Krise gemeldet haben.
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