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Motoren im Zeugenstand

Motoren im Zeugenstand

Der eine stirbt an Altersschwäche, der andere an Krebs, einer verliert sein Leben bei einem Verkehrsunfall, ein anderer erleidet einen tödlichen Herzinfarkt. Alle diese Menschen vereinigt eine Gemeinsamkeit: Sie lebten auf dieser Erde und waren unwissentlich verseucht mit CO2, HC, NOx, PM, Zucker, Cola, Hamburger und Blei. Es ist ganz klar, dass jedes dieser Opfer auch ohne die Mithilfe oder Schuld Dritter dem Tode geweiht wäre, denn einer der oben erwähnten Stoffe hätte ihrer Existenz früher oder später ein Ende bereitet. So sehen es jedenfalls viele Fachleute, darunter viele selbst ernannte Experten, Politiker, Populisten, Umweltgurus und ein Haufen anderer. Am Ende der kollateralen Verursacherkette sehen sie, und wir, nur einen einzigen Übeltäter, nämlich das Auto und dessen Motoren, die explosiven. Die arbeiten mit fossiler Energie, also Treibstoff, der aus Erdöl gewonnen wird. Kommen wir zu den Schadstoffen, die diese Verbrennungsmotoren freisetzen.

Was so ein Motor von sich gibt, das weiß man schon lange, warum und wie viel, das weiß man inzwischen ziemlich genau, was davon schlecht für Mensch, Tier und Baum ist, das weiß man eigentlich auch, doch in welchem Umfang, darüber scheiden sich die Geister. Also hat man Normen festgelegt, die eine Grenze zwischen Gut und Böse im Sinne des Gesetzes ziehen.

Kommt ein Auto neu auf den Markt, muss es erst einmal Tests durchlaufen, bei welchen festgestellt wird, was und wie viel es an schädlichen Stoffen ausspuckt. Ob es als umweltverträglich eingestuft wird, hängt von den Ergebnissen auf dem Prüfstand ab. So war es früher. Heute sind die Testverfahren etwas komplizierter, weil realitätsnaher und deswegen glaubwürdiger. Früher wurde geschummelt, man entwickelte Software, die auf dem Prüfstand den Musterknaben und auf der Straße die Sau rausließ. In der Schifffahrt muss man das nicht, Ozeanriesen kriegt man beim besten Willen nicht auf den Prüfstand, was auch erklärt, warum ein Dampfer der „Päischtcroisière“-Klasse der Umwelt bei jedem Ausflug ungefähr so viel Schaden zufügt wie das Roden von 100 Quadratkilometern Urwald, die CO2-Emissionen der Kettensägen inklusive. Um welche Emissionen handelt es sich beim Explosionsmotor? Hauptsächlich um Kohlendioxid (CO2, ein Treibhausgas), Feinstaub und Stickoxide.

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