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Visionär und virtuos

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LUXEMBURG - „Die ersten Knospen sprießen“, sagt Olivier Toth und blickt mit voller Vorfreude und Zuversicht auf die vierte Auflage des „Sonic Visions“- Festivals, Luxemburgs Stelldichein für ambitionierte Musiker und Professionelle aus der Branche.

Olivier Toths „Bébé“, wie er das Festival liebevoll nennt, wird von der gesamten Crew der Rockhal fürsorglich gepflegt. Und alle freuen sich, wie prächtig ihr Sprössling wächst und gedeiht. Im Jahr 2008 fand die erste Auflage eines improvisierten „Sonic Visions“-Festivals statt. Bereits damals war die einheimische Musikszene äußerst rege. Doch es mangelte an professionellen Einrichtungen, die den Bands auf die Sprünge hätten helfen können. „Das wollten wir ändern und konnten für die erste Auflage Dänemark als Partner hinzugewinnen“, erinnert sich Olivier Toth, Direktor der auf Esch-Belval thronenden Rockhal.

„It’s all about the artist!“

Am 25. November

• Konzerte (ab 20.30 Uhr) von Claudine Muno & the Luna Boots, City of Glass (Kanada), Mutiny On The Bounty, SX (Belgien), Katzenjammer (Norwegen), Metronomy (England), Sun Glitters, Reptile & Retard (USA)

• Panels, Workshops und Konferenzen (eine Auswahl):
– Um 11.45 Uhr: „Promotions et stratégies digitales pour musiciens“ mit Virginie Berger („Don’t believe the hype“)

– Um 14 Uhr: „Labels: past, present, future“ mit Tim Renner (Motor Entertainment), Billy Torney (Roadrunner), Janine Lubas (Finetunes) und Alexander Schröder (Redfield)

Am 26. November

• Konzerte (ab 20 Uhr) von The Good Morning Diary (Deutschland), Monophona, Rubick (Finnland), Birdbones, Planningtorock (England), Angel At My Table, The Computers (England), French Films (Finnland), The Drums (USA)

• Panels, Workshops und Konferenzen (eine Auswahl):
– Um 11 Uhr: „Being a professional musician in Luxembourg“ mit Serge Tonnar, David Moreira (Eternal Tango), John Rech (Dreamcatcher), Pascal Schumacher (Jazz-Musiker), Raphael Junker (Manager und Produzent), Philippe Schirrer (DJ und Produzent), Olivier Toth (Direktor der Rockhal) und Patrice Hourbette (Direktor von music:LX)

Web www.sonicvisions.lu

Erste Enttäuschungen, erste Erfolge

Ein Jahr später sprang Italien mit auf den Zug. „Doch der Austausch brachte nicht die von uns erhofften Früchte“, sagt Olivier Toth. Im vergangenen Jahr blühte das „Sonic Visions“-Festival regelrecht auf: Kanada stand im Fokus und Gastgeber Olivier Toth versammelte um sich sagenhafte Namen, die in der internationalen Musikszene hohes Ansehen genießen. Doch ein Wermutstropfen bleibt: Personen wie Musikmogul Alan McGee sind sicherlich angenehme Gesprächspartner, doch weiterhelfen können sie uns in unserer Angelegenheit sicher nicht. Und die besteht darin, möglichst viele Kontakte zu Brancheexperten zu knüpfen, um ein Netz zu spinnen, das unseren Bands dabei hilft, sich zunehmend im Ausland zu etablieren. Wir sprechen von Export. Und mit diesem Begriff verbinden wir seit gut einem Jahr „music:LX“, Luxemburgs Exportbüro, das vom Mitbegründer des französischen „Bureau d’export“, Patrice Hourbette, und Giovanni Trono geleitet wird. „Unsere Zusammenarbeit vertiefen wir kontinuierlich“, verdeutlicht Olivier Toth.

„Wir verbinden unsere Kräfte, tauschen Kontakte aus, laden gezielt einfluss- und hilfreiche Personen aus der Musikbranche zu uns ein“, so der Initiator des Showcase-Festivals, das nur ein Ziel verfolgt: unsere Musiker mit Professionellen zusammenzubringen. Erzwingen können sie die Kontaktaufnahme nicht. Das weiß auch Olivier Toth. Doch das Ansehen dieses Festivals wächst stetig. Und auch einheimische Bands konnten dank dieser unentbehrlichen Einrichtung auf der internationalen Bühne ihre Visitenkarte hinterlegen.

Gezielte Einladungen

Blickt man auf das prall gefüllte Programm, das während zwei Tagen die Herzen von Musikliebhabern höherschlagen lässt, kommt man recht zügig zum Fazit, dass diese Auflage zweifelsohne die spannendste ist. Denn sie richtet sich gezielt an Independent-Musiker, die noch am Anfang eines langen Weges stehen, wie etwa Mutiny On The Bounty, die gerade aus den USA zurückgekehrt sind, wo sie im Studio von Matt Bayles ihre neue Platte produziert haben, oder aber Monophona, Claudine Munos neuer Ambient-Geniestreich.

Einen Schwerpunkt legt die diesjährige Auflage, die Finnland als Partner hat, auf die Musikproduktion. Zu Gast in der Rockhal sind zwei herausragende Produzenten und Soundtüftler: Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks, Kante, Turbostaat) und Gareth Jones (Depeche Mode, Einstürzende Neubauten).