Auch zieht es den im Jahr 1955 in Luxemburg geborenen Fotografen immer wieder nach Neapel, in jene italienische Stadt, die schleichend im Müll versinkt und über die Goethe folgende Worte niederschrieb: „Dass kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will, dass ihre Dichter von der Glückseligkeit der hiesigen Lage in gewaltigen Hyperbeln singen, ist ihnen nicht zu verdenken (…).
Man mag sich hier an Rom gar nicht zurückerinnern: Gegen die hiesige freie Lage kommt einem die Hauptstadt der Welt im Tibergrunde wie ein altes und übel platziertes Kloster vor.“
Ein Streifzug durch Neapel
Auch auf Yvon Lambert wirkt Neapel wie ein Magnet. Bereits vor unzähligen Jahre besuchte er erstmals die Stadt und kehrte mit sinnlich-poetischen Fotografien zurück – Abzügen, die ein Bild einer historischen Altstadt zeigen, die im Jahr 1995 von der Unesco zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt wurde. Doch sind es keine gewöhnlichen Schnappschüsse von Burgen und Palästen, keine Kirchen und Klöster, die Yvon Lambert ablichtet, sondern er zieht unbeirrt durch die belebten Straßen dieser Stadt und hält ausdrucksstarke Momentaufnahmen fest.
Es handelt sich dabei größtenteils um „Street Photography“ – Bilder, die im öffentlichen Raum entstanden sind. Doch der Escher Lichtbildner Yvon Lambert blickt auch durch Fenster und hält Neapels Innenleben fest – allesamt ästhetische Fotografien, die Lambert mit den beiden Bildbänden „Naples, un Hiver“ und „Napoli“ veröffentlicht hat. Letztere sind noch bis zum 18. Dezember im Differdinger Espace H20 zu sehen, wo der Fotograf im Rahmen des „Festival du film italien de Villerupt“ seine monografische Arbeit „Napoli“ zeigt.
Zu Demaart
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