Furchtbar aufgeregt war der Mannheimer Komiker Bülent Ceylan vor der Show, wusste nicht so recht, wie das Publikum in Luxemburg auf ihn reagieren würde und hatte sogar ein bisschen „Lëtzebuergesch“ gelernt, um sich zu „integrieren“, wie er zu sagen pflegte.
" class="infobox_img" />Die Fans dürfen sich freuen: Im nächsten März kommt Ceylan wieder. (Foto: Alain Rischard)
Nach pyrotechnischen, knallharten Opener-Effekten erschien der Deutsch-Türke im Metal-Look mit Schottenkilt, schwarz lackierten Nägeln und langer Mähne, die er sofort zum energischen Headbanging einsetzte … und riss somit schon alle aus den Stühlen, noch bevor die Show so richtig angefangen hatte!
Spontanes Kreischen der Damen
Das spontane Kreischen der Damen zeugte auf Anhieb von seinem unwiderstehlichen Charme und der Jubel der Männer von der allgemeinen Freude, ihn mal live in Luxemburg zu erleben. Als die Musik dann abklang und Ceylan „Schéine gudden Owend. Ech schwätze Lëtzebuergesch. Wi geet et? Gutt? Dat ass jo wonnerbar!“ von seinem Spickzettel vorlas und versprach, es beim nächsten Mal auswendig zu können, als er sich über pittoreske Wörter wie „Deckelsmouk“, „Kaweechelchen“ und „Puppelchen“ lustig machte und von den „Heckefransousen“ sprach, da ging es mit der lautstarken Lachserie des Publikums los, und die zog sich ohne Unterbrechung bis zum Schluss durch das ganze Programm hindurch.
Ohne weitere Feuereffekte, aber mit viel Witz, Sympathie und so manchen Improvisationen unterhielt Ceylan seine Fans, die regelrecht an seinen Lippen hingen und seiner kommunikativen Gesichtsmimik und Gestik optimal durch die beiden Schirme seitlich der Bühne folgen konnten.
Subtile Gags, raffinierte Wortspiele
Subtile Gags und raffinierte Wortspiele, haufenweise zweideutige Anspielungen als Vorlage für obszönes „Kopfkino“ der Zuschauer, über das sich Ceylan dann wiederum lustig machen konnte, drollige erlebte oder erfundene Anekdoten aus seinem Leben als Anlass zum Verspotten von menschlichen Regungen und Lastern, mit tobendem Applaus gewürdigte Bemerkungen über das, was halt so „typisch Mann“ und „typisch Frau“ ist … Das alles konnten die rund 3.000 Zuschauer während der zweistündigen Vorführung erleben.
Und natürlich hatte der „Monnemer Comedian“ seine Lieblingscharaktere Harald, Mompfred, Hassan und Anneliese nicht zu Hause gelassen und nahm zwischendurch ihre Gestalt, Kleidung und Sprechweisen an.
Die kleine Melina, das siebenjährige luxemburgische Mädchen, das den ganzen Abend lang Adressat von Ceylans „extra kindgerechten“ Erklärungen war, durfte Hausmeister Mompfreds Kittel, Schlappmütze und „Bumbewasserzang“ bis zum Ende des Abends auf dem Schoß halten und bekam dann noch Freikarten für die ganze Familie, um Ende Juli im Barockschloss Mannheim bei der großen TV- und DVD-Aufzeichnung dabei zu sein. Nicht schlecht gestaunt hat Ceylan, als er rfuhr, dass die Familie aus sieben Leuten bestand. Das würde ihn lehren, einfach so Freikarten zu verschenken …
Gewitzelt hat er auch über seinen libanesischen Assistenten und Bodyguard Ali und über viele Zuschauer in den hinteren Reihen, die er mit der Videokamera aufspürte und auf die Bildschirme projizierte. Alle machten gute Miene zum bösen Spiel und amüsierten sich mit ihm.
Der Abend endete mit einem singenden Ceylan, der zuerst zwei Balladen interpretierte und zum Schluss einen mitreißenden Heavy-Metal-Song gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass. Ceylan bedankte sich für die „Wahnsinnsstimmung“ und kam zu seinen Fans, um Autogramme zu geben.
Am 8. März 2015 ist er schon für eine Zusatzveranstaltung in der Rockhal gebucht.
Zu Demaart
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