Euphorie, rot-weiße Flaggen und Freudentränen, soweit das Auge reichte. In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen haben Tausende Fans mit Slogans wie «Sejren er vor» («Der Sieg ist unser») den Triumph beim Eurovision Song Contest (ESC) wie den Fußball-EM-Erfolg 1992 gefeiert. Die 20-jährige Dänin Emmelie de Forest hatte den ESC in Malmö am frühen Sonntagmorgen mit ihrem Titel «Only Teardrops» gewonnen. Doch in den Freudentaumel mischte sich bei den Verantwortlichen bald ein bitterer Beigeschmack – dieser Sieg könnte teuer werden.
Dänemark kalkuliert bereits die Kosten für den nächsten ESC. Auf den ausrichtenden Sender, Danmarks Radio (DR) kommen jetzt hohe finanzielle Belastungen zu, wie die Generaldirektorin Maria Rørbye Rønn nach der Siegesnacht durchblicken ließ. Ein Reporter ihres eigenen Senders fragte sie, ob denn nun mit vielen Wiederholungen in den Programmen zu rechnen sei, um den Aufwand für das kommende Jahr zu finanzieren. Man werde sich «allergrößte Mühe geben», so Rønn, damit die eigenen Zuschauer nicht die Zeche zahlen müssen.
ESC wieder im Stadion?
Der Sender DR hatte die auch in Dänemark angekommene Finanzkrise jüngst zu spüren bekommen. Entlassungen waren die Folge. Die Erinnerungen an die letzte ESC-Finalrunde, die Dänemark austrug, sind auch gemischt. ARD-Reporter Peter Urban erinnerte schon in der Nacht zum Sonntag nach Emmelie de Forests Sieg mit Schaudern an die Veranstaltung im Jahr 2001 im 38 000 Zuschauer fassenden «Parken»-Stadion. Die DR-Generaldirektorin wollte nicht ausschließen, dass beim nächsten Mal eine Malmö-Lösung mit einer kleinen Halle auch für Dänemark infrage komme.
Währenddessen wurde aber trotzdem weitergefeiert. Genug Gesprächsthemen bietet das Grand-Prix-Ergebnis aber auf verschiedenen Ebenen: Ausrichter Dänemark muss sich um einen Austragungsplatz, die Organisation und einen großen Teil der Finanzierung Gedanken machen.
Zu Demaart
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