Dienstag27. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Günter Grass ist tot

Günter Grass ist tot
(dpa/Peter Steffen)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Der deutsche Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass ist tot. Er starb am Montag. Auch EU-Kommissionschef Juncker würdigte den Schriftsteller.

Günter Grass ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in Lübeck. Grass zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Bereits sein 1959 erschienener erster Roman «Die Blechtrommel» wurde ein Welterfolg. 40 Jahre später erhielt der gebürtige Danziger für sein Gesamtwerk den Nobelpreis.

Zeitlebens schaltete sich Grass in gesellschaftspolitische Debatten ein. So unterstützte er Willy Brandts Aussöhnungspolitik mit Polen und machte Wahlkampf für die SPD. Grass löste heftige Kontroversen aus, zuletzt 2012 wegen eines Israel-kritischen Gedichts.

Ein halbes Jahrhundert Arbeit

Zum umfangreichen Werk von Grass gehört die Anfang der 1960er Jahre erschienene «Danziger Trilogie». Sie umfasst neben der «Blechtrommel» die Novelle «Katz und Maus» (1961) und den Roman «Hundejahre» (1963). Fast ein halbes Jahrhundert später schrieb Grass seine «Trilogie der Erinnerung» mit den autobiografischen Bänden «Beim Häuten der Zwiebel» (2006), «Die Box» (2008) und «Grimms Wörter» (2010).

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat Günter Grass als «großen Europäer» gewürdigt. «Er konnte hart in der Sache sein, immer mit dem Willen, seinen Finger auch in schmerzhafte Wunden zu legen», schrieb der Luxemburger am Montag zum Tod des Literaturnobelpreisträgers. Als überzeugter Europäer habe sich der Autor immer für die Schwachen und die Verlierer eingesetzt. «In seinem politischen Engagement und seiner regen Teilnahme an gesellschaftspolitischen Diskussionen war Günter Grass Zeit seines Lebens ein wichtiger und streitbarer Gesprächspartner über Deutschland hinaus.»
Grass‘ Roman «Die Blechtrommel» bezeichnete Juncker als «ein Jahrhundertwerk, einen Meilenstein der deutschen Nachkriegsliteratur».