In seinem Buch «Dicker Hals und kalte Füße» zeigt der Journalist Walter Schmidt, dass die meisten dieser Volksweisheiten durchaus einen wahren Kern haben. Etwa wenn jemand «blass vor Schreck» wird. In so einem Moment schüttet der Körper verstärkt das Hormon Adrenalin aus. Das Blut zieht sich ins Körperinnere zurück, wodurch die Haut blasser erscheint.
Walter Schmidt: Dicker Hals und kalte Füße. Was Redensarten über Körper und Seele verraten. Eine heitere Einführung in die Psychosomatik, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, 224 Seiten.
Shary Reeves, Jan Hofer, Dieter Kronzucker (Hg.): 500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 304 Seiten.
Tara Parker-Pope: In guten wie in schlechten Tagen. Die Ehe – eine Wissenschaft. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 352 Seiten.
Gerald Hüther: Was wir sind und was wir sein könnten. Ein neurobiologischer Mutmacher. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 190 Seiten.
Nicht immer jedoch gibt es eine psychosomatische Erklärung für alte Volksweisheiten. Der Spruch «Blut und Wasser schwitzen» gehe beispielsweise auf ein Bild aus dem Lukas-Evangelium zurück. So ist «Dicker Hals und kalte Füße» mehr als nur ein unterhaltsames Buch über Psychosomatik. Es bietet auch viele spannende kulturhistorische Einblicke.
Ideenbuch für Weltverbesserer
Lange Zeit galt das Wort «Gutmensch» eher als Schimpfwort. Inzwischen scheint es wieder in Mode zu kommen. Die TV-Moderatorin Shary Reeves jedenfalls hat keine Angst, ein «Klugscheißer und Weltverbesserer» zu sein: «Das Etikett gefällt mir. Ich trage es mit Stolz.» Wer mit dem Weltverbessern im Kleinen anfangen will, der findet in dem Buch «500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern» reichlich Anregungen.
Zusammen mit dem Moderator Jan Hofer und dem Journalisten Dieter Kronzucker zeichnet Reeves dafür als Herausgeberin. Journalisten, Schauspieler, Politiker, Rapper und andere Personen des öffentlichen Lebens geben ihre Lieblingstipps für die Jugend zum Besten. Manchmal geht es dabei ums große Ganze, meist aber eher ums Alltägliche.
Die Ehe als Wissenschaft
Es gibt Tausende von Studien, wissenschaftlichen Untersuchungen und Statistiken über die Ehe. Vermessen wurde schon so ungefähr alles: Scheidungsrate, durchschnittliche Dauer der Ehe, häufigste Konfliktthemen. Eine Vielzahl von Ratgebern lässt den Leser eher verwirrt zurück.
In ihrem Buch «In guten wie in schlechten Tagen» versucht die amerikanische Journalistin Tara Parker-Pope etwas Ordnung ins Chaos zu bringen und einen Überblick über den aktuellen Stand der Ehe-Forschung zu geben. Dabei legt sie kein trockenes Statistikbuch vor, sondern einen Ratgeber mit zahlreichen praktischen Alltagstipps. Die scheinen auch nötig, denn noch nie waren die Ansprüche an die Ehe wohl so groß wie heute. Die Autorin räumt mit einigen Vorurteilen auf und hält am Ende für den Leser eine tröstliche Erkenntnis bereit: Ehen sind heute keineswegs schlechter, sondern sogar besser als in früheren Zeiten, weil die Partner reifer und bewusster zusammenfinden.
Wie man seinen Enthusiasmus zurückgewinnt
Kleine Kinder sind begeisterungsfähig und entdecken die Welt jeden Tag neu. Im Laufe des Lebens geht uns diese Neugier verloren. Immer häufiger schleichen sich Routinen ein. Nicht wenige führen schließlich ein unkreatives Leben im Hamsterrad. Doch wir können unsere kindliche Begeisterungsfähigkeit jederzeit wiedererlangen, meint der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther.
In seinem Buch «Was wir sind und was wir sein könnten» spürt der Wissenschaftler dem Faszinosum Gehirn und der Entwicklungsfähigkeit menschlicher Verhaltensweisen nach. Hüthers optimistisches Fazit: Sogar eine ganze Gesellschaft, die eingerostet scheint, kann ihre verschüttete Kreativität wiedergewinnen. Und sie sollte es seiner Meinung nach auch unbedingt tun.
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