Dienstag20. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Die Löwen sind los

Die Löwen sind los

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Nachdem die größte Kunstschau der Welt an den Vortagen nur dem Fachpublikum zugänglich war, eröffnete die 55. Biennale in der Lagunenstadt am Samstag offiziell ihre Türen für das Publikum.

Gleichzeitig wurden die Löwen vergeben. Als bester Künstler wurde der Deutsch-Brite Tino Sehgal ausgezeichnet, der Preis für den besten nationalen Pavillon ging an Angola.

Web
www.labiennale.com

Er wurde 1976 in London geboren, wuchs in Deutschland auf, lebt und arbeitet in Berlin. Der Deutsch-Brite mit indischen Wurzeln, Tino Sehgal, bekam am Samstag in Venedig den Goldenen Löwen als bester Künstler überreicht. Schon einmal, nämlich 2005, war Sehgal bei einer Biennale dabei. Damals hatte er zusammen mit Thomas Scheibnitz den deutschen Pavillon bespielt. 2012 nahm Sehgal, der für seine Installationen mit lebenden Menschen bekannt ist, bei denen auch das Publikum immer wieder mit einbezogen wird, auch im Rahmen der Kasseler Documenta 13 teil.

„Klasse und Innovation“

Bei der diesjährigen Ausgabe der wichtigsten Kunstausstellung der Welt zeigte der Künstler nun seine Arbeiten im von Massimiliano Gioni kuratierten Hauptpavillon „Il Palazzo Enciclopedico“.

Im Rahmen der Preisüberreichung am Samstag hob die Vorsitzende der fünfköpfigen Biennale-Jury, Jessica Morgan, Kuratorin der Londoner Tate Modern Gallery, die „Klasse und Innovation, mit der seine Arbeit zur Öffnung der künstlerischen Gattungen beigetragen hat“, hervor.

Angola, das erstmals bei der Biennale vertreten war, gelang es auf Anhieb, den Goldenen Löwen als bester nationaler Pavillon an sich zu reißen. Das afrikanische Land zeigt in „Luana, Encyclopedic City“ die Arbeiten des 1977 in Luanda geborenen Künstlers Edson Chagas. Der bereits von vielen als Favorit gehandelte französische Pavillon mit dem Werk „Ravel Ravel Unravel“ von Anri Sala ging leer aus.

Einen Silbernen Löwen als vielversprechender Nachwuchskünstler bekam die Französin Camille Henrot für ihre Video-Installation „Grosse Fatigue“. „Lobenswerte Erwähnungen“ dagegen gab es für die US-Amerikanerin Sharon Hayes und Roberto Cuoghi aus Italien, die beide im Arsenale ausstellen, sowie die Pavillons von Japan, Litauen und Zypern. Bereits im Vorfeld der Eröffnung war die österreichische Künstlerin Maria Lassnig mit einem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.

Neben Preisträger Angola sind noch neun weitere Länder erstmals bei einer Venedig-Biennale dabei, darunter Paraguay, Kosovo und der Vatikan. Insgesamt stellen 88 Länder in den kommenden Monaten aus. Die 55. Biennale von Venedig dauert noch bis zum 24. November.