Bis zum 21. Dezember sind Arbeiten des Künstlers aus den letzten zehn Jahren in der Galerie Indépendance in der Escher Straße in Luxemburg-Stadt zu sehen.
„Fascinating Lights“
Yves Ullens in der Galerie IndépendanceBis zum 21. Dezember 2012
Mo.-Fr., 8-18 UhrKontakt
BIL
69, route d‘Esch
L-2953 Luxemburg
Tel.: (+352) 45 90 1
www.bil.lu
traqueurdelumieres.com
Yves Ullens de Schooten, so schreibt der „administrateur délégué“ der BIL, François Pauly, im Katalog zur aktuellen Ausstellung in der bankeigenen Galerie, sei ein Maler, der seine Pinsel gegen ein Kamera-Objektiv ausgetauscht habe. Und trifft damit ins Schwarze: der belgische Künstler malt mit Licht. Seine Fotografien sind einzigartige, abstrakte Kompositionen, Reflexionen aus Licht und Schatten, ab und zu in grauen Schattierungen, meist jedoch in allen Farben des Regenbogens.
Yves Ullens de Schooten bezeichnet sich selbst als „traqueur de lumières“, als „Jäger des Lichts“ sozusagen. Der 1960 geborene Künstler kam bereits als kleines Kind mit dem Medium Fotografie in Berührung: die Großmutter war selbst eine recht bekannte Fotografin und sie brachte dem jungen Yves den Umgang mit Kamera und Dunkelkammer bei.
Einflüsse von Vasarely und Bury
Großen Einfluss auf die spätere künstlerische Entwicklung sollte der Vater des Fotografen ausüben. Dieser war als Kunstsammler vor allem auf Werke des Malers Victor Vasarely und des Stahlbildhauers Pol Bury spezialisiert. In den Arbeiten von Yves Ullens de Schooten findet man Elemente des Oeuvre beider Artisten wieder, sowohl die geometrisch-verspielten und bunten Formen der Bilder Vasarelys als auch den Glanz und die Rigidität der Plastiken Burys. In der Ausstellung in der Galerie Indépendance findet man Werke des Künstlers aus den Jahren 2002 bis 2012. Vor allem die frühen Arbeiten, wie beispielsweise „The Christmas Matrix“ lassen noch erkennen, wie Ullens de Schooten seine Kamera führte, um mit Langzeitbelichtungen seine abstrakten Kompositionen zu realisieren. Bei den späteren Werken lässt sich wesentlich schwieriger rekonstruieren, wie sie entstanden sind.
Bis auf ein einziges realistisches Bild, „Mirror Portrait of Pascaline Smets“, ein Diptychon, das aus einem realistischen Schwarz-Weiß-Brustbild und einem verzerrten Farbfoto besteht, handelt es sich bei den gezeigten Exponaten ausschließlich um nichtfigürliche Motive, die dem Betrachter sehr viel Spielraum für die eigene Interpretation lassen. Während einige, wie beispielsweise „Pale Green Light Blue North Sea“ (siehe links) an Landschaften erinnern, wirken andere vor allem durch die geometrische Anordnung der Farben und Formen. Bei weiteren Bildern ist es einzig das Spiel mit Licht und Schatten, das für außerordentliche Effekte sorgt.
Viele der meist großformatigen Fotografien erhalten durch eine mehrere Millimeter dicke Acrylschicht eine noch stärkere Tiefenwirkung und einen noch ausgeprägteren Kontrast. Zu sehen ist „Fascinating lights“ noch bis zum 21. Dezember im Hauptsitz der BIL in Luxemburg-Stadt.
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