Sie hat Damen aus der Bourgeoisie ebenso wie Huren verkörpert, sie war als Fabrikarbeiterin, kühle Geschäftsfrau und zuletzt als bretonische Gastwirtin mit Liebeskummer auf der Leinwand zu sehen. An gut 140 Filmen hat Catherine Deneuve mitgewirkt, Starregisseure wie Roman Polanski, Luis Buñuel, Roger Vadim oder François Truffaut rissen sich um die schöne Schauspielerin, die wie keine Andere französische Eleganz verkörpert. Am Dienstag wird die Deneuve 70 Jahre alt – doch an Ruhestand denkt die blendend aussehende Aktrice noch lange nicht.
" class="infobox_img" />Frankreichs Filmlegende Catherine Deneuve wird 70. (Bild: dpa)
2014 soll ihr nächster Film in die Kinos kommen. In «L’Homme que l’on aimait trop» (Etwa: «Der Mann, der zu sehr geliebt wurde») des französischen Regisseurs André Techiné nach einer wahren Begebenheit spielt Deneuve die Mutter einer Frau, die 1970 unter mysteriösen Umständen aus Nizza verschwand.
«Belle de Jour»
Der Durchbruch gelang Deneuve Mitte der 60er Jahre mit Buñuels «Belle de Jour» («Schöne des Tages»). Diese Rolle ist ihr wie auf den Leib geschrieben – weil das Vorzeigeleben der schönen Frau im Film wie in der Realität eine Fassade ist. Die «Belle de Jour» führt ein langweiliges Eheleben, dem sie heimlich in Bordelle entflieht, wo sie ihre Dienste anbietet.
Auch im echten Leben hält die schöne Deneuve das gar nicht konventionelle Private sorgfältig unter Verschluss. Die legendäre Eleganz, das damenhafte und diskrete Auftreten ließen bisweilen vergessen, dass die blonde Französin immer ein sehr freizügiges Leben führte. Ihre Kinder bekam sie von Männern, mit denen sie nicht verheiratet war – den Sohn Christian vom Regisseur Vadim, die Tochter Chiara vom italienischen Filmstar Marcello Mastroianni.
Turbulentes Privatleben
Doch Deneuve gelang es, ihr turbulentes Privatleben vor den Medien zu schützen. Ihre Zurückhaltung wurde sogar zum Markenzeichen. «Je nach Sympathie nannte die Presse sie kalt oder geheimnisvoll», sagte die Schriftstellerin Françoise Sagan.
Bis heute kann Deneuve wenig anfangen mit dem Bild der Diva, das die Öffentlichkeit von ihr hat. Manchmal habe sie Lust, ihr Image «mit Füßen zu treten», sagte sie einmal. Das, was das Bürgertum auszeichne, «das Besessensein von Äußerlichkeiten» habe sie immer gestört. Dies hinderte Deneuve freilich nicht daran, für alles zu werben, was als typisch französisch gilt: Für Kleider von Yves Saint Laurent, dessen Muse sie jahrelang war, für Kosmetik von L’Oréal und natürlich den Duft von Chanel Nummer 5.
Politisch engagiert
Die am 22. Oktober 1943 in eine Pariser Theaterfamilie geborene Schauspielerin engagierte sich auch politisch. 1971 gehörte sie zu den 343 Französinnen, die sich für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch einsetzten und öffentlich bekannten, selbst abgetrieben zu haben. Im Jahre 2003 trat sie als Sondergesandte der UN-Bildungsorganisation UNESCO zurück – aus Protest gegen die Ernennung eines bekannten Waffenhändlers zum Botschafter Angolas bei der UNESCO.
Unter den zahlreichen Filmen, die Deneuve gedreht hat, ragt neben «Belle de Jour» unter anderem «Die letzte Metro» von Truffaut hervor. Darin verkörpert sie eine Schauspielerin im besetzten Paris, die ihren jüdischen Mann vor den Nationalsozialisten verstecken muss.
Obgleich Deneuve eine beachtliche Reihe von Film- und Fernsehpreisen aufweisen kann, schaffte sie es nie in die ganz große internationale Liga. Anfang der 90er Jahre wurde sie für ihre Hauptrolle im Film «Indochine» für den Oscar nominiert, bekam den begehrten Preis aber nicht. Auch in Cannes ging sie immer wieder leer aus. Erst 2008 ehrte das Filmfestival an der Côte d’Azur Frankreichs Filmlegende mit einem Sonderpreis für ihr Lebenswerk.
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