Zu seinem 100., pardon, 100,24109. Geburtstag steht das „Rainy Days“-Festival in der Philharmonie ganz im Zeichen seines Werkes. Die zwei Wochen versprechen vielfältig und verrückt, schrill und poetisch zu werden. Mit 20 Harfen und noch mehr Toy Pianos …
Ein paar Highlights
• Postcards from Heaven
20 Harfen, 4’33» Stille – ein großes Cage-Porträt des OPL,
Samstag, den 24. November um 20 Uhr• Listen to the Silence
Eine Reise ohne Worte mit John Cage für Kinder ab sechs Jahren und ihre Eltern,
Sonntag, den 25. November um 15 Uhr und um 17 Uhr• The Absent
Une installation sonore et visuelle presque silencieuse,
Ensemble intercontemporain, Bernhard Günther, Vadim Karassikov
Sonntag, den 25. November um 20 Uhr• A Liquid Room for John Cage
Ictus Ensemble,
Donnerstag, den 29. November um 20 Uhr im Grand Théâtre• Living Room Music
Ein Cage-Abend im Wohnzimmer des Ensembles Lucilin,
Samstag, den 1. Dezember um 20 Uhr• Tag der offenen Tür
Über 50 Konzerte und Performances,
Sonntag, den 2. Dezember von 15 Uhr bis 22 UhrPhilharmonie Luxembourg
Information & Billeterie
1, place de l’Europe, L-1499 Luxembourg
Tel.: (+352) 2632 26 32
www.philharmonie.lu
www.rainydays.lu
„In den Kästen steckt mehr drin, als man glaubt“, sagte Bernhard Günther auf der gestrigen Pressekonferenz zum Festival für neue Musik in der Philharmonie. Mit den „Kästen“ meinte der Dramaturg der Philharmonie die sogenannten Toy Pianos, die seit dem mutigen John Cage auch in hippen Kreisen melomaner Kenner für bühnentauglich befunden werden. Die besten unter den Interpreten und Komponisten der Toy Piano Community werden am 2. Dezember zu Gast in der Philharmonie sein; unter ihnen Margaret Leng Tan aus New York, die jahrelang eng mit John Cage zusammengearbeitet hatte.
Wenn aus einem Lächeln Staunen wird
Für diesen „Toy Piano World Summit“ hat eine fachkundige Jury aus insgesamt 84 eingereichten Werken 22 ausgewählt. Beim Erklingen der ersten Töne – das versprechen Matthias Naske und Bernhard Günther – werde sich das anfängliche Lächeln vieler Zuhörer blitzschnell in Staunen verwandeln. Denn wie gesagt, „in diesen Kästen steckt mehr drin, als man glaubt“.
Doch zuerst einmal beginnt das Festival am kommenden Samstag mit einem „unerhörten“ Konzert: Unter dem Titel „Postcards from Heaven“ wird das OPL nicht nur das revolutionäre „stille Stück“ 4’33 spielen, sondern auch gemeinsam mit 20 Harfen Grüße aus dem Himmel schicken. Besonders spannend wird sicherlich auch der Donnerstagabend (29. November), wenn das Brüsseler Ictus Ensemble ins Grand Théâtre einlädt, um auf vier rund um die Zuhörer positionierten Bühnenpodesten knapp 30 Stücke von John Cage, besonders jene für präparierte Klaviere, zum Besten geben wird. Der Zuschauer sitzt auf Papphockern, die den Vorteil haben, dass er während des Abends immer wieder den Platz wechseln und sogar auch eine Pause an der Bar einschieben kann.
Der Kopf: ein Zufallsgenerator
Das diesjährige „Rainy Days“-Festival ist das mittlerweile 8. in der Philharmonie. Dass es in diesem Jahr John Cage in den Mittelpunkt stellt, wird ihm seine ohnehin fälschlicherweise angebrachte Etikette „schwer verdaulich“ noch weiter abreißen. „Fassbare, kompakte Formate“ verspricht Matthias Naske, die nicht nur überraschen, sondern vor allem auch berühren werden.
Das Festival lädt dazu ein, sich treiben zu lassen, um immer wieder darüber zu staunen, wo überall Klänge und Musik herkommen können. Will man nicht nur staunen, sondern auch verstehen, dann bietet die Philharmonie auch in diesem Jahr wieder einen hochwertigen Festivalkatalog an, der unter anderem 2 mal 36 Antworten auf die Frage gibt, wer John Cage eigentlich war. Ein Genie. Aber was für eins!?
Zu Demaart
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