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150 Jahre Edvard Munch

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Norwegen ehrt einen der bedeutendsten Künstler seines Landes: Der Maler Edvard Munch wäre in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden. Die Museen der Stadt zeigen die umfassendste Sammlung seiner Werke, die es je gegeben hat.

Wenn Kurator Nils Ohlsen durch die Räume der Osloer Nationalgalerie schreitet, dann kann er vor Aufregung kaum an sich halten. An den frisch bespannten Wänden hängen seit einigen Tagen «Der Schrei», «Die Stimme» und das «Mädchen auf der Brücke» , Werke des bedeutendsten norwegischen Malers Edvard Munch, die bisher nie zusammen gezeigt wurden. 270 Gemälde und Zeichnungen sind vom Wochenende (1./2. Juni) an in Oslo ausgestellt – die umfassendste Sammlung von Munch-Werken überhaupt. Die Jubiläumsausstellung «Munch 150» geht bis zum 13. Oktober.

Logo" class="infobox_img" />Das wohl bekannteste Werk des Künstlers und eines der teuersten Bilder der Welt: «Der Schrei». (dapd)

Drei Jahre haben die vier Kuratoren der Osloer Museen an dieser Jubiläumsausstellung gearbeitet. Herausgekommen sei eine «Once-in-a-lifetime-Ausstellung, die man wahrscheinlich in den nächsten 50 Jahren nicht wieder zu sehen bekommt», sagt Ohlsen, ein gebürtiger Oldenburger, der auch zwölf Jahre lang die Kunsthalle Emden leitete.

Bilder aus aller Welt

Ein großer Anteil der Bilder stammt aus den Beständen des Osloer Munch-Museums und der Nationalgalerie. Belebt wird die Sammlung durch zahlreiche Leihgaben. «Wir haben Bilder vom MoMA in New York und von Museen in Mannheim, Essen, Wuppertal, Zürich, Madrid und vielen anderen mehr zur Verfügung gestellt bekommen», sagt der Kommunikationsdirektor des Nationalmuseums, Jean-Yves Gallardo. Mit einigen privaten Sammlern hätte man hart verhandeln müssen, deshalb sei er nun so glücklich, die Ausstellung zusammenbekommen zu haben.

Besonders schwierig sei es gewesen, «Die Stimme» aus Boston zu bekommen, erinnert sich Nils Ohlsen. Das melancholische Bild einer Frau im Mondlicht habe das Boston Museum of Fine Arts zuerst nicht herausrücken wollen. «Es war das einzige Munch-Werk, das sie hatten. Erst als wir deutlich machen konnten, dass es zur Urfassung des Lebensfrieses von 1893 gehört, haben wir das Gemälde im dritten Anlauf bekommen», erzählt der Kurator.

Einfacher waren da die Verhandlungen mit der Nationalgalerie in Berlin. «Die Berliner besitzen 19 der 21 Werke des Reinhardt-Frieses, und wir haben das Okay bei einer Tasse Kaffee bekommen. Das war wirklich toll.»

Ausstellung wurde geteilt

Weil die 270 Gemälde, Zeichnungen und Lithographien nicht alle in einem Museum Platz finden, wurde die Ausstellung geteilt. In der Nationalgalerie (Nasjonalgalleriet) werden die Werke von 1882 bis 1903 gezeigt, im Munch-Museum (Munch-museet) die von 1904 bis 1944. Die Macher hoffen, diese Komplexität werde ein anderes Licht auf den depressiven Künstler werfen. «Wir wollen weg von den typischen Klischeegeschichten seines tragischen Lebens», erklärt Nils Ohlsen. «Es geht nicht nur um Krankheit, Tod, Eifersucht und Trauer, sondern um die Kunst selbst.»

Edvard Munch wurde am 12. Dezember 1863 im norwegische Løten geboren. Seine Kindheit war geprägt von dem frühen Tuberkulose-Tod seiner Mutter und seiner Schwester. Munch selbst war manisch-depressiv, was in seiner Kunst Ausdruck fand. Er gilt als Wegbereiter des Expressionismus und Meister der Melancholie, sein Bild «Der Schrei» gehört zu den teuersten Kunstwerken der Welt. Munch lebte in Paris, Berlin, Oslo und an vielen Orten rund um den Oslofjord. Er starb am 23. Januar 1944. Zum Jubiläumsjahr veranstalten die sogenannten Munch-Orte Ausstellungen, Lesungen, Rundgänge und Konzerte.