Beim Besuch des Übungscamps im litauischen Pabrade hat sich das Tageblatt mit einem luxemburgischen Soldaten vor Ort unterhalten. Er gewährte uns Einblicke in seinen Alltag in Litauen. Seinen Namen haben wir aus Diskretionsgründen nicht veröffentlicht.
Tageblatt: Die Luxemburger Armee ist mit einem Kontingent bei der NATO-Mission in Litauen dabei. Wer gehört alles zu dieser Mission?
Wir Luxemburger sind mit 22 Leuten anwesend. Wir arbeiten hier vor allem mit den Niederländern zusammen, helfen aber auch den anderen Nationen aus. Neben den Holländern sind auch deutsche, belgische, norwegische, litauische und demnächst auch kroatische Truppen hier.
Ihre Mission wird im Rahmen des Transports und der Logistik geführt. Was heißt das eigentlich?
Wir haben neun Lkws hier, mit denen wir Schiffscontainer transportieren. Diese werden beladen mit Lebensmitteln, Sprit, Munition und allgemeinem Material. Anhand von speziellen Basen, die wir hinten auf den Lkw aufziehen können, ist es recht einfach, Fahrzeuge zu transportieren. Zum Beispiel den litauischen M113, einen leicht gepanzerten Mannschaftstransporter, der 14 Tonnen wiegt. Mit dem kann man nicht über die Straßen fahren, weil er diese sonst beschädigen würde. Wir laden den M113 auf den Laster, binden ihn fest und können ihn dorthin transportieren, wo er gebraucht wird. Ich muss sagen, dass wir sehr viel unterwegs sind.
Alles ein Kinderspiel, nein ich möchte dem jungen Mensch, Mann oder Frau hier nicht zu nahe treten, ein Interview war ja auch teilweise gestern auf RTL zu sehen. Auch ich habe 1967 als Freiwilliger Dienst im Hinblick einer Staatsanstellung geleistet. Unsere Missionen, damals gab es noch den Warschauerpakt und so konnten wir den Krieg nur um Baumholder, Ramstein usw. üben. Mit 110mm Kanonen wurde scharf geschossen, ja es war für einen 17 jährigen eine flotte Erfahrung, es gab extra Zigaretten und wir konnten Taxefree einkaufen und mit Nato Armeeangehörigen ein Bier trinken. Wie gesagt eine schöne Abwechslung vom sonstigen beim Großherzoglichenpalast oder sonstwo Wache schieben, Schießübungen im Reckenthal oder Körperertüchtigunsübungen auf dem Botterweck. Den C Führerschein inbegriffen. Das war 1967. Am 9/10 September dieses Jahres war ich wieder in Ramstein, allerdings diesmal als 69 Jähriger um gegen die sich noch immer dort befindende Airbase zu demonstrieren. An den Tagen konnte ich 65 vier Motorige Transportflugzeuge starten resp. landen sehen und hören. Ausser der Logistik befindet sich dort auch die für die US Drohneneisätze unabdingbare Relaisstation zur Bekämpfung des Terrorismus in den uns allen bekannten Länder. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem 2+4 Vertrag wollte die Nato an der Ostdeutschen Grenze halt machen. Heute stehen wir mit 22 jungen Menschen im Natoverbund an der russischen Grenze und üben dort den Krieg resp. die Verteidigung. Wie gesagt auch ich wollte mit Freiwilligen Dienst in den Staatsdienst. 70 Jahre nach dem 2ten Weltkrieg, und wir üben noch immer das Kriegshandwerk. freundlichst