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ChronologieZwei Monate Corona in Luxemburg 

Chronologie / Zwei Monate Corona in Luxemburg 
Das CHEM in Esch Foto: Editpress/Julien Garroy

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Am 29. Februar wurde der erste Patient in Luxemburg positiv auf das Coronavirus getestet. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurde am 16. März der Lockdown in Kraft gesetzt. Kulturelle und sportliche Veranstaltungen wurden abgesagt und Schulen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Heute wird eine weitere Phase der Lockerungen in Angriff genommen, u.a. beginnt die progressive Wiedereröffnung der Schulen. Die letzten zwei Monate im Zeitraffer:

29. Februar: Der erste Patient wird in Luxemburg positiv auf das Coronavirus getestet.

11. März: Die Regierung untersagt wegen des sprunghaften Anstiegs der Infektionen auf unbestimmte Zeit alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern.

13. März: Das Virus fordert sein erstes Todesopfer in Luxemburg. Ein 94-jähriger Mann stirbt an den Folgen der Infektion. Die Zahl der positiven Fälle steigt auf 38. An der Grenze zu Deutschland führen Polizeibeamte Fieberkontrollen durch.

15. März: Mittlerweile wurden 400 Personen auf das Coronavirus getestet. 77 Testergebnisse fielen bislang positiv aus. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, wird beschlossen, dass alle Restaurants, Bars und Museen für einen unbestimmten Zeitraum schließen müssen. Die Bevölkerung wird aufgerufen, ihre Häuser nicht mehr ohne Grund zu verlassen. Das öffentliche Leben kommt quasi zum Erliegen. Die Luxemburger zeigen sich solidarisch. Landesweit wird abends um 20.00 Uhr denjenigen gedankt, die das Leben mit ihrer Arbeit aufrechterhalten. Vor allem dem Krankenhauspersonal.

16. März: Alle Schulen und Betreuungseinrichtungen schließen. Der Unterricht geht online weiter. Betroffen von diesen Maßnahmen sind 150.000 Schüler und ihre Lehrer. Mittlerweile ist die Zahl der Covid-19-Patienten in Luxemburg auf 81 gestiegen. Zehn Menschen befinden sich in klinischer Behandlung.

17. März: Premierminister Xavier Bettel (DP) ruft laut Artikel 32.4 der Verfassung den „état de crise“ aus. Der Notstand kann maximal drei Monate andauern. Mittlerweile hat sich die Zahl der Infizierten auf 140 erhöht. Viele Gemeinden schließen Spielplätze und Grünflächen.

18. März: Covid-19 fordert ein zweites Todesopfer. 203 Menschen wurden positiv auf das Virus getestet. Bildungsminister Claude Meisch (DP) gibt bekannt, dass die Schulen, „Maisons relais“ und „Crèches“ bis zum 19. April geschlossen bleiben. Ursprünglich sollte dies nur bis zum 30. März der Fall sein. Der Notstand wird von der Regierung angenommen.

19. März: In weniger als 24 Stunden hat sich die Zahl der Todesopfer im Großherzogtum verdoppelt. Offiziellen Zahlen zufolge haben sich 335 Personen mit Covid-19 infiziert. Die Polizei kontrolliert, ob die Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden. Die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch verlassen, wenn es unbedingt notwendig ist, zum Beispiel zum Einkaufen, Arbeiten oder um frische Luft zu schnappen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe von 145 Euro rechnen. Wird diese nicht innerhalb von 30 Tagen bezahlt, wird die Strafe verdoppelt.

20. März: Alle Baustellen im Land schließen. Die Zahl der Todesopfer steigt auf fünf. 484 Personen wurden positiv auf Covid-19 getestet. Von den 16 Personen, die klinisch versorgt werden, befinden sich drei in kritischem Zustand.

23. März: Der Flughafen ist für den regulären Passagierverkehr geschlossen. Der Frachtverkehr wird weiter in eingeschränkter Form abgewickelt.

24. März: Erstmals steigt die Zahl der Infizierten in Luxemburg auf über 1.000.

25. März: Die Regierung stellt ein Hilfspaket von 8,8 Milliarden Euro vor, was rund 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, für Soforthilfe bereit. Kleinere Betriebe erhalten 5.000 Euro Soforthilfe. Inzwischen gibt es1.333 Infizierte, von denen 143 in Krankenhäusern versorgt werden müssen. Mehr als 10.000 Freiwillige sind bisher dem Aufruf auf govjobs.lu gefolgt. Die Zahl der Infizierten steigt auf 1.333.

27. März: In 14 verschiedenen Branchen kann während der Krise die maximale Arbeitszeit von zehn auf zwölf Stunden pro Tag ausgedehnt werden. Somit dürfen einzelne Arbeitnehmer bis zu 60 Stunden in der Woche arbeiten. Zudem passt die Regierung den Mietzuschuss für Haushalte mit einem geringen Einkommen nach oben an.

28. März: Die Zahl der Toten steigt von 15 auf 18. 1.831 Personen wurden bislang positiv auf das Virus getestet. Im „Centre hospitalier du Nord“ wird der erste von vier Covid-Scannern in Betrieb genommen.

30. März: 80 (Ex-)Infizierte können sich als geheilt ansehen. Das trifft zu, wenn der Patient insgesamt 48 Stunden keine Symptome wie Fieber oder Husten aufweist. Zudem dürfen Abstriche des Nasenrachenraums kein Covid-19 mehr nachweisen. 1.988 Personen sind hingegen immer noch mit dem neuartigen Virus infiziert. 22 Menschen haben ihr Leben aufgrund der Viruserkrankung verloren. Es wird eine Koordinationsstelle für alle Akteure des Gesundheitssystems geschaffen. An der Spitze steht Dr. Alain Schmit. Der erste Kontakt des Patienten mit dem Arzt findet nun über Telefon und Internet statt. Fernsprechstunden werden zur Norm. Positive Covid-19 Fälle bei Personal in Altenheimen müssen dem Arbeitgeber ab sofort gemeldet werden.

31. März: Es sollen nun auch Personen getestet werden, die leichte Symptome haben, die auf eine Covid-19-Erkrankung schließen lassen. Die technischen Prüfstellen dürfen nur noch Kunden annehmen, deren Fahrzeug-Bescheinigung schon abgelaufen ist oder innerhalb von zwei Wochen abläuft. Der Kundenkontakt ist auf ein striktes Minimum zu reduzieren. In einem Warteraum dürfen sich zudem nie mehr als fünf Personen aufhalten, der Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern muss auch hier eingehalten werden.

2. April: Die Abschlussexamen finden mit Sicherheit statt, auch wenn die Schulen nach dem 4. Mai noch geschlossen bleiben sollten, teilt Unterrichtsminister Claude Meisch auf einer Pressekonferenz mit. 

4. April: 22.793 Personen wurden bislang auf das Virus getestet. Bei 2.729 Menschen fiel der Test positiv aus. Das Staatsministerium teilt mit, dass bislang rund 400 Luxemburger, die sich im Ausland befanden, nach Hause geholt wurden.

6. April: In den letzten 24 Stunden haben fünf weitere Menschen den Kampf gegen das Coronavirus verloren. Die Zahl der Todesopfer in Luxemburg steigt somit auf 41. Das Staatsministerium nennt Mitte April als Datum, um aus dem Notfallplan auszusteigen. Wie die Polizei mitteilt, wurden am Wochenende 180 Verwarnungen wegen der Nichteinhaltung des Versammlungsverbots ausgestellt.

8. April: Eine Studie, die auf den Namen „Con-Vince“ getauft wurde, soll 1.500 Menschen über 18 Jahren in Luxemburg testen. Dazu gehören Personen, die „virusfrei“ und daher asymptomatisch sind, solche, die infiziert sind, aber leichte oder keine Symptome aufweisen –und Personen, die zwar infiziert wurden, aber inzwischen virusfrei sind. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Ilres stellt die Studienteilnehmer zusammen.

13. April: Bei 3.281 Menschen in Luxemburg fiel der Test auf Covid-19 positiv aus. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen an Ostern nur um elf gestiegen. Das Durchschnittsalter der Infizierten beträgt 46 Jahre und es sind auch knapp mehr Männer (50,5 Prozent) als Frauen (49,5 Prozent) betroffen. Die Zahl der Menschen, die insgesamt auf das Virus getestet wurden, liegt am Ostersamstag bei 29.165 – 23.873 Einwohner und 5.292 Nichtansässige. 66 Personen überlebten die Viruserkrankung nicht.

15. April: Erste Lockerungen werden bekannt gegeben. Unter bestimmten Umständen werden die Recyclingzentren und Baumärkte ab dem 20. April wieder öffnen. Auch auf den Baustellen soll wieder gearbeitet werden. In zwei Phasen soll auch der Schulbetrieb ab dem 11. Mai wieder aufgenommen werden. Die „Maisons relais“ und Grundschulen sollen am 25. Mai wieder öffnen. Dabei spielt die Maskenpflicht eine zentrale Rolle. Jeder Haushalt soll fünf Schutzmasken pro Kopf erhalten. Die Zahl der Todesopfer ist auf 69 gestiegen. 3.373 Menschen wurden positiv auf Covid-19 getestet. 

17. April: Die Chamber tagt ein erstes Mal im „Cercle“-Gebäude, weil auf „Krautmaart“ nicht genug Sicherheitsabstand gehalten werden kann. Die Parlamentarier sitzen getrennt voneinander wie Abiturienten bei den Abschlussprüfungen.

18. April: Unter dem Titel „Stilles Sterben“ thematisiert das Tageblatt die Problematik des Lockdowns für Schwerkranke und ihre Angehörigen. Es gibt keine einheitliche Regelung, die Regierung wälzt die Verantwortung auf die Krankenhäuser ab. Patienten müssen alleine sterben, Angehörige können sich nicht verabschieden und bei Begräbnissen gibt es eine Besucherbeschränkung.

20. April: Überall, wo nicht ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden kann, gilt eine Maskenpflicht. Betroffen sind Einkaufszentren, Banken und der öffentliche Transport. Bei Verstößen wird ein Bußgeld in Höhe von 30 Euro anfallen. Die Arbeitslosenquote steigt auf 6,1 Prozent (Vormonat 5,5 Prozent). Derweil stürmen die Luxemburger die wiedereröffneten Baumärkte und Recyclingzenten. Für Verwirrung sorgt die Ankündigung von flächendeckenden Tests in Alters- und Pflegeheimen. Die Stadt Luxemburg muss die „Schouberfouer“ absagen. Überhaupt sollen Großveranstaltungen noch bis mindestens zum 31. Juli verboten bleiben. Auch die Feierlichkeiten am Vorabend des Nationalfeiertags fallen dieses Jahr aus.

26. April: Deutschland lockert die Grenzkontrollen zu Luxemburg ein wenig. Ab dem 4. Mai sollen Arztbesuche wieder möglich sein, auch Besuche im Seniorenheim sollen wieder zugelassen werden. Die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin niedrig. Insgesamt zählt das Land 3.723 Infizierte. 88 Menschen sind bisher am Virus gestorben.

28. April: Nach Basketball und Handball soll auch die Fußballsaison 2019/2020 endgültig abgebrochen werden.   

1. Mai: Der Tag der Arbeit wird virtuell gefeiert. Das Tageblatt berichtet über bedenkliche Zustände in der Notunterkunft für Geflüchtete auf Kirchberg (SHUK). Das zwischenzeitlich verlassene Ediff-Gebäude in Monnerich ist bereits länger geöffnet, und zwar für infizierte Flüchtlinge, wie das Tageblatt herausfindet. Im Land gibt es 3.802 Infizierte, die Zahl der Toten nähert sich so langsam der 100er-Marke (92). 

4. Mai: Die Abiturienten kehren in die Schulen zurück. Es ist der Auftakt der progressiven Wiedereröffnung der Schulen. Was auf vehementen Widerstand stößt, z.B. der Lehrer- und Elternvereinigungen. Eine Petition gegen die Wiedereröffnung der Schulen hatte binnen 24 Stunden das Quorum von 4.500 Unterschriften erreicht.