Mit 41 Hektar ist der Zeebos vor allem ein Wald zum Wandern, der Windschutz und Schatten spendet. Trotz des regen Treibens am Strand kann man hier in aller Ruhe die Natur und Landschaft genießen.
Ein Teil des Waldes ist als Spielwald und Spielplatz mit angrenzenden Freizeitwiesen angelegt. Die naturbelassenen Bereiche, das heißt Nasswiese und Überbleibsel von Flussläufen, lassen sich bestens vom Aussichtspunkt nahe Zeebrugge beobachten.
Der Zeebos liegt dicht hinter der Küstenlinie und wurde erst um 1100 durch Eindeichung trockengelegt. In jenem zur damaligen Küste gehörenden Abschnitt lagerte sich Sand ab. Im hinter der Küstenlinie liegenden Teilgebiet bildeten sich durch die regelmäßigen Überflutungen Schlamm- und Salzsümpfe mit der Ablagerung von Lehm, dem sogenannten Polderlehm.
Beeindruckendes Naturreservat
Zwei tief liegende, von Bächen durchzogene Salzwiesengebiete im Oudemaarspolder sind Überbleibsel von zwei Deichbrüchen. Die heutigen Bachreste und Feuchtwiesen sind ein stummer Beweis dafür.
Lehm- und Sandschichten, Feucht- und Trockengebiete sowie die 1998 angelegten Waldabschnitte bilden einen einzigartigen Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, wie man ihn nur selten an der Küste findet.
Das Naturschutzgebiet, wie man es heute kennt, ist noch recht jung. 1979 erwarb die Stadt Blankenberge das Hofgut „De Sol“ mit den umliegenden Ländereien.

Ein öffentlicher Park und touristische Attraktionen waren hier geplant. Nach der Grundsteinlegung kam es aus politischen Gründen zu einem langjährigen Stillstand. Erst 1995 griff der Gemeinderat Blankenberge das Thema wieder auf. Nach der Durchführung von mehreren Studien fiel die Entscheidung zum Anlegen eines Naturreservats. 1998 beteiligten sich zahlreiche Bürger an einer Pflanzaktion von Bäumen auf dem schweren Lehmboden. Damals entschied man sich vorwiegend für Erle, Esche, Weide, Ahorn und Pappel. In geringerem Umfang wurden auch Eichen, Heidelbeeren, Feldahorn und Sträucher wie Weißdorn und Schlehe angepflanzt.
Das stürmische Klima war nicht gerade förderlich für die Jungbäume. Viele von ihnen fielen Stürmen zum Opfer und wurden wieder entwurzelt. Lediglich die Erlen und Weißpappeln hielten den Klimabedingungen stand. Andere Arten wuchsen nur, wenn sie geschützt waren. Zunächst wurden die Erlen in Reihen quer zur Windrichtung gepflanzt. Die am schlechtesten wachsenden Bestände wurden später vollständig mit Erlen gemischt.
Erweiterung des Zeebos
Im Laufe der Zeit erwarb die Gemeinde weitere Ländereien zur Erweiterung des Zeebos. Um der Vogelschutzrichtlinie gerecht zu werden, entschieden sich Kommunal- und Regionalpolitiker zur Umwandlung der Ackerflächen in naturbelassene Wiesen mit Tümpeln, in denen sich Watt- und Wasservögel wohlfühlen.
Das ausgehobene Erdreich wurde verwendet, um eine Anhöhe zu errichten, auf der sich eine Beobachtungshütte befindet.
Das junge Naturschutzgebiet sticht durch eine bunte Pflanzenvielfalt hervor. Die wilde Möhre, Skabiose, Vogelmiere, Holunder oder etwa die Aster verwandeln die Landschaft in ein farbenprächtiges Meer und locken Bienen, Schwebfliegen und eine Vielzahl an Insekten an. Die wilden Rosengewächse ihrerseits bilden zusammen mit Schlehdorn, Weißdorn und Kirschblüten eine weiße Kulisse für den Frühlingswald.
Der Zeebos bietet insbesondere unzähligen Vogelarten ein Zuhause, einen Rastplatz während der Migration oder je nach Arten und Jahreszeiten einen Brutplatz. Die Vielfalt der Avifauna ist quasi unendlich. Greifvögel wie der Turmfalke, der Sperber oder die Rohrweihe suchen gerne in diesem Gebiet nach Nahrung.

Ein Platz für Vogelfreunde
Als einer der charakteristischen Vögel der Nordseeküste gilt der potenziell bedrohte Austernfischer. Mit seinem langen Schnabel vermag der Austernfischer selbst hermetisch geschlossene Muscheln binnen weniger Sekunden zu öffnen, um sie anschließend zu verspeisen. Seine Sinnesorgane sind derart gut ausgebildet, dass er selbst Muscheln im schlammigen Boden schnell aufspüren kann.
Rebhühner, Kiebitze, Haubentaucher, Enten, Gänsen, eine Vielzahl an Möwenarten, Schwäne, Reiher, Störche, kurzum eine Hundertschaft an Vögeln sowie eine breite Vielfalt an Insekten kann man in unterschiedlichen Jahreszeiten antreffen.
Die Kombination zwischen Naturschutzgebiet mit einer Vielfalt an Fauna und Flora, sowie die Waldflächen mit den angrenzenden Liege- und Spielwiesen sind ein idealer Ort um sich ins schattige Hinterland zurückzuziehen und dem regen Treiben am Strand zu entgehen.
Der Eingang zum Zeebos befindet sich an der N34 am Ausgang von Blankenberge Richtung Zeebrugge. Das gesamte Gebiet ist leicht per Auto, zu Fuß, mit dem Rad oder der Straßenbahn (Haltestelle Blankenberge Duinse Polders) erreichbar. Alle Wege durch das Naturschutzgebiet sind barrierefrei zugänglich.
Zu Demaart
















































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