Die Idee dabei ist, einem Experten ein Forum zu bieten, in dem dieser sein ideales Museum vorstellen soll, es in allen Einzelheiten beschreibt und zudem noch über wichtige Ausstellungen, imposante Kunstwerke und spannende Neuheiten berichtet.
In der ersten Ausgabe von Mai-Juni 2022 (das Magazin erscheint zweimonatlich) hat der bekannte Autor Michel Pastoureau – von ihm ist u.a. „Les Couleurs de nos souvenirs“ 2010 erschienen – freie Hand, sich sein Museum vorzustellen. Er hat einen Lageplan ausgearbeitet und führt den Besucher von der Eingangshalle über eine Monet-Sonderschau mit 35 Meisterwerken zu einem Raum, in dem Vermeers „La Ruelle“ analysiert wird, zu Raphaëls Meisterwerk „La mise au tombeau“, anschließend zu „Le déjeuner d’huîtres“ von Jean-François de Troy (über üppige Schlemmergewohnheiten in Zeiten, in denen Louis XV Frankreich beherrschte), bis zu einem Zimmer, das einen unbekannten Schatz des Louvre preisgibt. In der Tat, viele Louvre-Besucher streben zur berühmten „Joconde“ und vernachlässigen dabei Werke wie das „Portrait d’un vieillard et d’un jeune garçon“, ein außergewöhnliches Bild von Domenico Ghirlandaio. Lustig ist, dass Pastoureau gar zwei Räume mit der Bezeichnung „Accrochage en cours“ ohne Kunstwerke ausweist, auch ein Hinweis auf eine traurige Realität, die schon so manchen Kunstfreund beim Abstecher in ein Museum verärgert hat.
Ein virtuelles Museum ziehe ich vor. Da kann man viel näher ran gehen, von allen Seiten betrachten, keine anderen Leute die alles anfassen und Viren rum schleudern .? Man ist allein im Museum. Beim Naturmusée kann ich auch auf die Tierhaare verzichten, die krieg ich virtuell nicht mit, aus was der Kunstpelz des Säbelzahntigers besteht, wage ich nicht mal zu raten vor lauter Pusteln. Man kann unvirtuell reell ein Bierchen trinken auf der Couch und es gibt auch keinen "Exit through the gift-shop"