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Neuer KlimaplanWie der winzige Pazifikstaat Vanuatu zum Vorbild für die Welt werden will

Neuer Klimaplan / Wie der winzige Pazifikstaat Vanuatu zum Vorbild für die Welt werden will
Vanuatu ist laut Weltrisikoindex das am stärksten von Naturkatastrophen bedrohte Land der Welt Foto: Flickr/Philipp Capper 

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Kaum ein Staat ist mehr bedroht vom Klimawandel als Vanuatu. Jetzt sollen neue Maßnahmen die Welt aufrütteln.

Vanuatu ist einer der vielen winzigen Inselstaaten im Pazifik, die vom Klimawandel bedroht werden wie kaum ein anderes Land der Erde. Obwohl die Emissionen des Landes vernachlässigbar sind, hat es nun einen der ehrgeizigsten Klimapläne der Welt verabschiedet. Es ist nicht die einzige Maßnahme, mit der das Land die Welt aufrütteln will.

Vanuatu ist laut Weltrisikoindex das am stärksten von Naturkatastrophen bedrohte Land der Welt. Der Klimawandel setzt dem Land im Pazifik nun noch zusätzlich zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen zu.

Um ein Zeichen für die Welt zu setzen, wird der paradiesische Inselstaat, der ansonsten für seine weißen Sandstrände, tropischen Temperaturen und herrlichen Tauchgründe bekannt ist, nun zum Musterschüler der Klimapolitik. So hat das zwischen Australien und Fidschi gelegene Land einen der ehrgeizigsten Klimapläne der Welt auf den Weg gebracht.

Der Inselstaat verpflichtet sich, die Stromerzeugung bereits bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen abzudecken. „Sie setzen wirklich ein Beispiel für den Rest der Welt“, wurde Tagaloa Cooper-Halo vom Sekretariat des pazifischen regionalen Umweltprogramms (SPREP) im britischen Guardian zitiert.

Auf dem UN-Klimagipfel in Glasgow im vergangenen Jahr wurden eigentlich alle Länder der Erde aufgefordert, ihre Beiträge zum Klimaschutz bis Ende 2022 nochmals „zu überdenken und zu verstärken“. Vanuatu ist laut des Guardian eines von nur zwölf Ländern, die dies bisher tatsächlich getan haben.

Erderwärmung: Verstoß gegen die Menschenrechte?

Vanuatu ist schon heute ein CO₂-negatives Land. Dies bedeutet, dass es mehr Emissionen absorbiert als es produziert. Doch mit dem neuen Klimaplan geht der Inselstaat noch weiter und verpflichtet sich, fossile Brennstoffe fast vollständig abzuschaffen. Bei der Stromerzeugung will man bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Quellen setzen. Außerdem soll es eine Einrichtung geben, die im Falle von Schäden und Verlusten in Folge des Klimawandels gefährdete Gemeinden unterstützt.

Vanuatu hat derzeit aber auch noch andere ambitionierte Ziele. So will das Land vom höchsten Gericht der Welt klären lassen, ob die menschengemachte Erderwärmung ein Verstoß gegen die Menschenrechte ist. Der Internationale Gerichtshof (IGH) soll ein Gutachten zu den klimabedingten Schäden abgeben. Um dies in Gang zu setzen, braucht es die mehrheitliche Unterstützung der UN-Generalversammlung. Die Abstimmung darüber steht auf der bevorstehenden Sitzung im September an.

Vanuatu ist international eines der anfälligsten Länder für die Auswirkungen des Klimawandels. Der Großteil der Industrien des pazifischen Inselstaates ist wetterabhängig: Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus sind durch den Klimawandel gefährdet. Der Wirbelsturm „Pam“, der Vanuatu 2015 traf, hat das Land über 60 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes oder fast 450 Millionen US-Dollar gekostet.

Neben der Gefahr intensiverer Stürme bedroht wärmeres Meerwasser die Korallenriffe des Inselstaates. Außerdem ragen viele der über 80 Inseln nur etwa einen Meter aus dem Ozean. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels könnten etliche der rund 300.000 Bewohner ihre Heimat verlieren.