Die Frau (Catherine Kontz), die rechts auf der Bühne sitzt, lehnt sich hin zu einem Mikrofon, das hinter einem Vorhang verborgen ist, und schnalzt mit der Zunge. Es klingt wie das Ticken einer Uhr, und das Geräusch wird schneller und schneller. Tick-tock, tick-tock, tick-tock … Dann herrscht plötzlich Stille. „Better get started, because you’re not getting any younger“, habe ihr der Gynäkologe bei ihrem jährlichen Abstrich gesagt, erzählt die andere Frau (Larisa Faber), die reglos vor dem Publikum steht. Zuvor habe der Arzt sie gefragt, ob sie Kinder wolle und ob sie in einer festen Beziehung sei. Beides habe sie mit „Ja“ beantwortet.
Auf die erste Frage reagierte sie mit besonderer Emphase: Natürlich wolle sie Kinder, ja. Das habe sie in der Vergangenheit nie infrage gestellt, erzählt sie den Zuschauern. Es habe für sie immer dazu gehört, als etwas, das man irgendwann sicher machen könne oder würde. Hochgezogene Schultern und ein kurz aufblitzender zerknirschter Gesichtsausdruck. Man versteht: Der bis dato für selbstverständlich gehaltene Lebensentwurf wird jetzt, da er sich konkretisiert, erstmals genau analysiert. Ist es wirklich das, was ich möchte? Und wenn nicht: Was bedeutet das für mich als Frau, die in einer Gesellschaft lebt, in der Frausein und Mutterschaft noch immer so sehr zusammen gedacht werden?
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