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MeinungTotengräber von Natur und Gesundheit am Werk (Teil 1)

Meinung / Totengräber von Natur und Gesundheit am Werk (Teil 1)
Eine Biogasanlage Foto: Editpress-Archiv

Warum sich das „Luxemburger Wort“ scheinbar zum Sprachrohr der Biogasanlagenlobby herabgesetzt hat – ohne das mindeste kritische Hinterfragen, ohne Wenn und Aber, weshalb es die weitere Förderung von Biogasanlagen seitens des Energieministers Claude Turmes kritiklos begrüßt und beklatscht, mag als berechtigte Frage so manchen Lesern auf den Lippen gebrannt haben, als sie in der Ausgabe vom 13./14. März 2021 das Loblied auf „Biogas – die unterschätzte erneuerbare Energie“ mit Kopfschütteln und Befremden zur Kenntnis nahmen. Ob die Wortleute wohl ahnen, wessen Loblied sie in ihrem Blatt angestimmt haben?

Viele Landwirte füttern statt Kühe und Schweine inzwischen lieber eine Biogasanlage. Hochleistungsgras, Mais, Gülle, Jauche, organischer Müll und Abfälle aus Schlachtereien, der Gastronomie – wie altes Frittierfett – oder der Lebensmittelindustrie in Strom und Wärme zu verwandeln, kann lukrativer sein als die Aufzucht von Tieren. Die so gewonnene Bioenergie hat aber auch massive Nebenwirkungen, die vielen Landwirten und den hinter ihnen stehenden Politikern „furzegal“ sind. Sie sind nur auf die Einspeisevergütung aus, die sie für jede Kilowattstunde Elektrizität erhalten. Dass sie sich dabei zu Totengräbern von Natur und Gesundheit herabwürdigen, lässt diese Umweltsünder leider gleichgültig, die allzu leichtfertig mit dem „Klimakiller“ Biogasanlage umgehen.

„Biogasanlagen sind eine Gefahr für Mensch, Klima und Umwelt“, warnt derzeit das Umweltbundesamt (UBA) in Deutschland vor diesen „vermeintlichen Klimaschützern mit Sicherheitsdefiziten“. Alle zwei Wochen kommt es darin zu schweren Unfällen, zu Bränden und Explosionen, tödlichen Schwefelwasserstoffwolken, unkontrollierten Methanemissionen, Gülletsunamis …

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Thomas Stemmer
10. April 2021 - 18.21

Mein Punkt ist, sich konstruktiv mit der Technologie auseinanderzusetzten anstatt nur hart und undifferenziert zu kritisieren. Es ist wichtig, den Kreislauf zu schließen und organische Abfälle / Reststoffe z.B. in Kläranlagen, im Agrarbereich oder in der (Lebensmittel-) Industrie weltweit zu nutzen. Es nicht zu tun ist zum einen Verschwendung und zum anderen schlecht für die Umwelt, da das Methan der Verrottung frei entweicht. Dass das klimatechnisch schlecht ist, steht auch im Artikel.

Brandenbourger
9. April 2021 - 12.43

Alles was 'aide à la presse écrite' einbringt, wird gedruckt, wie hunderte Adeligen-Artikel über Belanglosigkeiten vom Leuten die nicht arbeiten.

HTK
9. April 2021 - 11.06

@Thomas Stemmer, das ist aber keine Ursache diesen Prozess durch Forcierung zu beschleunigen.Dass große Landflächen für Lebensmittelherstellung wegfallen und zusätzlich durch großzügige Düngung verdichtet und vergiftet werden schlägt nicht zu Buche. Elektoautofahren ist ja auch total sauber,aber nur vor der Haustür.Die Siliziumförderung findet weit weg statt und die Entsorgung der Batterien auch und der Strom kommt eben aus Biogasanlagen.Alles Bio eben.

Thomas Stemmer
9. April 2021 - 8.40

Respekt Hr. Oth, da habe sie alles reingelegt, nur leider sehr undifferenziert. Die Entstehung von Biogas ist zuerst einmal ein natürlicher Prozess und es werden weltweit leider nur 2% des organischen Abfalls verwertet und genutzt. Es nicht zu tun ist oft sehr umweltschädlich (Stichwort Gülle). Mais spielt international dabei eine sehr untergeordnete Rolle. Mais ist in Deutschland sehr prominent, weil über 2/3 davon als Tierfutter angebaut werden. Beim Thema "Vermaisung" wäre der Hebel dort wesentlich größer. Ich verteidige den Einsatz von Mais in BA nicht, doch ist er rückläufig und das Bewusstsein für Blühpflanzen etc. wächst.

T. Mathay
9. April 2021 - 8.24

Das die Kläranlagen und Abwässer der Menschen (Fäkalien, Waschmittel, Putzmittel, Körperpflege, Medikamente, Hormone,...) ebenfalls das Grundwasser stark belasten interessiert niemanden....

J.Schuckart
9. April 2021 - 4.47

Die Kommentare von Kemp und Luss sind hervorragend unqualifiziert,anders als der Artikel.

J.C. Kemp
8. April 2021 - 13.42

Der Duft der Kuh macht die frische Landluft, pflegte einer meiner Lehrer zu sagen. Herr O sollte vielleicht doch lieber weiter über Elvis und die Indianer schreiben.

Mike
8. April 2021 - 12.01

Gut geschriebener wahre Artikel, dazu sollte man noch das Überschwemmungsrisiko benennen, denn Maisanbau hält kein Wasser/Niederschlag zurück.

Luss
8. April 2021 - 11.28

Herr Oth Sie sollten den Wohnort wechseln. In einer Grosstadt brauchen Sie sich keine Gedanken über Gülle und andere ländliche "Unannehmlichkeiten" zu machen. Nimby lässt Grüssen .