Mittlerweile dürfte man den Begriff kennen: the male gaze. Den alles durchdringenden männlichen Blick. Er beobachtet, analysiert, wertet und bestimmt. Er ist der Wahrnehmungsfilter und die erkenntnistheoretische Linse, die vorgeben, wie wir die Welt verstehen und empfinden; wie wir uns in dieser Welt verstehen und empfinden. Seine Strahlkraft ist vergleichbar mit der eines Leuchtturms: weitreichend, penetrant, blendend und – dank der Bewegungsfähigkeit des mechanistischen Systems, dem er angehört – jeden Bereich abdeckend.
Mittlerweile dürfte man auch sie kennen: die HIStory. Die Idee, dass Geschichte männlich ist: von Männern als Erzählung festgehalten, vornehmlich von Männern handelnd. Der männliche Blick wie auch die von Männern ausgehende Prägung unserer Geschichte und Kultur beeinflussen im Großteil noch immer den öffentlichen Raum, durch den wir uns als körperliche Wesen bewegen. Vor allem strukturieren sie den hochgradig normativen „Gesellschaftsraum“, in den alle kulturellen und sozialen Praktiken eingebettet sind und durch den wir als Kollektiv denkend und fühlend streifen.
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