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„Schaufeln eigenes Grab“Staats- und Regierungschefs überbieten sich zum Auftakt der Weltklimakonferenz mit Warnungen

„Schaufeln eigenes Grab“ / Staats- und Regierungschefs überbieten sich zum Auftakt der Weltklimakonferenz mit Warnungen
Der britische Premier Boris Johnson und der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, begrüßen Luxemburgs Premier Xavier Bettel bei der Weltklimakonferenz in Glasgow Foto: AFP/Christopher Furlong

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Schon jetzt hat sich die Erde um 1,1 Grad aufgeheizt, die Folgen sind weltweit spürbar. Doch schaffen es die Staaten rund um den Globus, den Ausstoß an Klimagasen zu drosseln? Auf der UN-Klimakonferenz vergleicht einer die brenzlige Lage gar mit einem James-Bond-Film.

Mit einem leidenschaftlichen Appell hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Staaten der Welt zu viel mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung ermahnt. Sämtliche bereits zugesagten Anstrengungen beim Klimaschutz reichten hinten und vorne nicht aus, um eine Katastrophe abzuwenden, warnte er am Montag beim feierlichen Auftakt der Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow vor Dutzenden Staats- und Regierungschefs. „Wir schaufeln uns unser eigenes Grab.“ Auch US-Präsident Joe Biden und die scheidende deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderten in Reden mehr Tempo beim Klimaschutz. Luxemburgs Premier Xavier Bettel betonte bei seiner Ansprache, dass Atomkraft auch in Zukunft für Luxemburg keine nachhaltige Option darstellen könne.

Auf Einladung der Vereinten Nationen beraten in Schottland Regierungsvertreter aus rund 200 Staaten zwei Wochen lang, wie die beschleunigte Erderhitzung noch auf ein erträgliches Maß eingedämmt werden kann. Ein Dämpfer war aber am Sonntag vom G20-Gipfel gekommen: Die Wirtschaftsmächte fassten nur vage Beschlüsse zum Klimaschutz und scheiterten aus Sicht der meisten Beobachter daran, ein starkes politisches Signal nach Glasgow zu senden.

Guterres verlangte, alle Regierungen müssten ihre Subventionen für fossile Brennstoffe wie Öl, Gas und Kohle abschaffen, aus der Kohle aussteigen und einen Preis für sämtliche Treibhausgas-Emissionen festlegen. „Es ist an der Zeit, zu sagen: Genug“, sagte Guterres. „Genug brutale Angriffe auf die Artenvielfalt. Genug Selbstzerstörung durch Kohlenstoff. Genug davon, dass die Natur wie eine Toilette behandelt wird.“

US-Präsident Joe Biden forderte mehr Tempo beim Klimaschutz
US-Präsident Joe Biden forderte mehr Tempo beim Klimaschutz Foto: AFP/Brendan Smialowski

Merkel, die schon bei der allerersten UN-Klimakonferenz 1995 dabei war, warnte vor den „verheerenden Auswirkungen des Klimawandels“. Beim Kampf gegen die Erderwärmung trügen besonders die Industrieländer Verantwortung. Es gehe um eine „umfassende Transformation“ unseres Lebens, Arbeitens und Wirtschaftens. Dies funktioniere nur über einen Preis auf den Ausstoß von Kohlendioxid.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte, dass die größten Klimasünder ihre Ambitionen steigern. Dies sei der Schlüssel für einen Erfolg in den nächsten zwei Wochen, sagt Macron in Glasgow. Zudem müssten die Industrieländer ihren Beitrag leisten, um mehr Klimaschutz zu finanzieren. Notwendig seien Ehrgeiz, Solidarität und Vertrauen.

Johnson und die „Uhr des Weltuntergangs“

Biden sagte zu den versammelten Staatschefs: „Wir stehen an einem Wendepunkt der Weltgeschichte.“ Es bleibe nur noch ein kurzes Zeitfenster zum Handeln. „Glasgow muss der Startschuss für ein Jahrzehnt des Ehrgeizes und der Entschlossenheit sein“, fügte er an. Die USA wollten mit gutem Beispiel vorangehen. „Ich weiß, dass das nicht der Fall war. Deshalb macht meine Regierung Überstunden, um zu zeigen, dass unser Engagement für den Klimaschutz aus Taten und nicht aus Worten besteht.“ Bidens Vorgänger Donald Trump hatte daran gezweifelt, ob der Klimawandel überhaupt menschengemacht ist – solche Zweifel sind wissenschaftlich klar widerlegt.

Der Gastgeber der Konferenz, der britische Premierminister Boris Johnson, schwor die Weltgemeinschaft ebenfalls auf schnelles und ehrgeiziges Handeln ein. „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Uhr des Weltuntergangs“, sagte er. „Wir fühlen uns vielleicht nicht wie James Bond, und sehen vielleicht auch nicht so aus.“ Aber mit Blick auf den Film-Geheimagenten und die Gefahr der Erderhitzung sagte er: „Lasst uns diese Bombe entschärfen.“

Der britische Thronfolger Prinz Charles erinnerte an die wichtige Rolle des Privatsektors für eine klimaneutrale Zukunft. Industrie und Banken hätten Billionen, um die Transformation voranzutreiben. „Wir wissen durch die (Corona)-Pandemie, dass der Privatsektor Fristen drastisch verkürzen kann, wenn sich alle auf die Dringlichkeit und Richtung einer Sache einigen.“

Die Erde hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Niveau schon jetzt um etwa 1,1 Grad erwärmt; in Deutschland sind es bereits 1,6 Grad. In Paris hatte sich die Staatengemeinschaft vor sechs Jahren darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf maximal zwei Grad, besser 1,5 Grad, zu begrenzen. Bislang reichen die eingereichten Pläne der Staaten dazu aber bei weitem nicht aus.

 Klimaaktivistin Greta Thunberg bei einer Demonstration am Rande des UN-Klimagipfels
 Klimaaktivistin Greta Thunberg bei einer Demonstration am Rande des UN-Klimagipfels Foto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Unter den rund 28.000 Menschen, die in Glasgow erwartet werden, sind auch zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten, die auf den Straßen für eine ehrgeizigere Klimapolitik protestieren wollen – darunter die weltweit prominenteste Aktivistin, die 18-jährige Schwedin Greta Thunberg.

„Alarmstufe Rot“ und Greta-Petition 

Ein offener Brief führender Klimaaktivistinnen um die Schwedin Greta Thunberg an die Staatenlenker der Erde hat in kurzer Zeit mehr als eine Million Unterstützer gefunden. Bis zum Montagnachmittag hatten den zum Start der Weltklimakonferenz in Glasgow veröffentlichten Aufruf fast 1,1 Millionen Menschen online mit ihrer E-Mail-Adresse unterzeichnet. Das war auf der Webseite des Kampagnennetzwerks Avaaz zu sehen, mit dem die Aktivistinnen den Appell ins Leben gerufen haben.
In dem Aufruf fordern Thunberg, Vanessa Nakate aus Uganda, die Polin Dominika Lasota und Mitzi Tan von den Philippinen die Staats- und Regierungschefs der Erde auf, der Klimakrise endlich entscheidend und mit sofortigen und drastischen Maßnahmen zu begegnen. „Verrat. So beschreiben junge Menschen weltweit das Versagen unserer Regierungen bei der Reduzierung der CO2-Emissionen“, schreiben sie.
Die Welt sei „katastrophal weit“ vom entscheidenden Ziel des Pariser Weltklimaabkommens entfernt – der Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. „Dennoch beschleunigen Regierungen weiterhin die Krise, indem sie Milliarden in fossile Brennstoffe investieren.“ Für die Erde bedeute das „Alarmstufe Rot“.

Emile
2. November 2021 - 20.52

An den Blödsinn geet weider.

Arm
2. November 2021 - 17.09

De Bettel hat nach sech do gewissen an och nach epes gesot dobei wesse se jo all das et Pinocchio as

Birne
2. November 2021 - 16.30

All diese laabernden Politiker sind mit Flugzeug angereist, wohnen in Luxushotels und geniessen alle Privilegien, dieses dumme politische Herumgeschwetz von Klimaschutz ist nur eine komplette Show, sei es von Grünen,Roten,Blauen Schwarzen Politbonzen usw. der Bürger muss tiefer in seine Tasche greifen um all dieses Spektakel zu finanzieren, Resultat ist dreimal nix.

Wieder Mann
2. November 2021 - 13.52

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ungeniert.“ Méi brauch een haut net méi zu der Politik ze soen. Déi Kléng häengt een op,déi Grouss léist een laafen. »Fratelli tutti. « 

Kapitalist
2. November 2021 - 10.33

Mein Kohleausstieg wird darin bestehen das Geld in Bitcoins zu tauschen.Ob es das Klima beeinflusst ist mir egal.