300 Kilogramm Kokain – diese riesige Menge an Drogen hat der Luxemburger Zoll am vergangenen Wochenende am Findel sichergestellt. Wie das Informationsamt der Regierung (SIP) am Freitag mitteilte, fanden die Beamten die Ladung bei der Kontrolle eines Frachtfliegers, der aus Südamerika gekommen war.
Laut SIP hat der «Stoff» einen Straßenwert von 45 Millionen Euro und sollte weiter in die Niederlande verschickt werden.
Die Menge an Kokain, die der Zoll in den vergangenen zehn Jahren beschlagnahmt hat, unterliegt starken Schwankungen. Eine allgemeine Tendenz lässt sich nicht feststellen.
Mit 19,3 Kilogramm beschlagnahmtem Kokain war das Jahr 2011 für den Zoll das bislang erfolgreichste. 2017 fanden die Beamten immerhin noch 1,5 Kilogramm. Danach folgt das Jahr 2012 mit 804 Gramm. In den übrigen Jahren lag die beschlagnahmte Menge immer unter 250 Gramm (2009: 248 Gramm; 2010: 33,2 Gramm; 2013: 117,1 Gramm; 2016: 104 Gramm). Für die Jahre 2014 und 2015 konnten wir keine Zahlen ermitteln.
Immer mehr Kokain auf dem Schwarzmarkt in Europa
Laut Experten taucht Kokain seit einigen Jahren immer häufiger auf dem Europäischen Schwarzmarkt auf. Bisweilen geht sogar von einer wahren „Kokain-Schwemme“ die Rede. Als Hauptgrund für den Anstieg gilt eine erhöhte Produktion in Südamerika, die auch zu einer deutlichen Zunahme der Kokain-Exporte nach Westeuropa geführt hat. Die drei Hauptproduzenten von Kokain sind Peru, Kolumbien und Bolivien
Auch Luxemburg bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Laut dem nationalen Drogenkoordinator Alain Origer ist der Anteil der Kokainkonsumenten in den luxemburgischen Suchthilfeeinrichtungen zwischen 2013 und 2015 von 51 auf 63 Prozent gestiegen. Auch die Fälle von Kokainbeschlagnahmungen habe sich von 103 im Jahr 2013 auf 226 in 2017 erhöht.
Das Kokain auf dem nationalen Schwarzmarkt weist Origer zufolge im Durchschnitt einen Reinheitsgrad von 49 Prozent auf. Seit 2014 habe der Reinheitsgrad leicht zugenommen.
Was Kokain von vielen anderen Drogen unterscheidet ist die geringe Wirkungsdauer und die aufputschende Wirkung, die häufig zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein führt und in einigen Fällen auch in Aggressivität umschlagen kann. LL
Zu Demaart
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