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ForumPour toi, Karabakh – für die Anerkennung der Republik Artsakh

Forum / Pour toi, Karabakh – für die Anerkennung der Republik Artsakh
Das Dadivank-Kloster aus dem 12. Jahrhundert liegt in Kalbajar – wie sechs weitere geht auch dieser Bezirk an Aserbaidschan Foto: AFP/Alexander Nemenov

Die verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan hatten sich am 9. November nach sechswöchigen schweren Kämpfen auf einen Waffenstillstand in der umstrittenen Kaukasus-Region Bergkarabach geeinigt. In seinem Forum-Beitrag fordert CSV-Präsident Frank Engel die Anerkennung der Republik Artsakh.

Die Republik Artsakh ist in den vergangenen Wochen ins Licht der Weltöffentlichkeit getreten. So lautet ihr uralter armenischer Name. Das kleine Stück Land, das eher unter seinem sowjetisch-russisch-türkisch-persischen Namen Nagorno Karabakh bekannt ist, wurde einmal mehr zum Schauplatz eines Krieges. Wie schon so oft in seiner jahrtausendelangen Geschichte. Nur diesmal soll das Land vernichtet werden. Die handelnden Gegner sind Aserbaidschan und die Türkei. Die uninteressierte Weltöffentlichkeit schaut zu oder weg – so sie nicht auf ekelhafte Manier die Aggressoren unterstützt, weil diese größer, reicher und mächtiger sind als die 150.000 Armenier Karabakhs. Ihnen gegenüber gilt für den sogenannten Westen nichts mehr von dem, was Anfang der 2000er-Jahre als Logik benutzt wurde, um Krieg für Kosovo zu führen und dieses Territorium 2008 international anzuerkennen.

Aserbaidschan hat am 27. September Karabakh angegriffen, weil es sich es „zurückholen“ wollte. Zurück? Die Provinz Artsakh war bereits konstituierender Teil des armenischen Reiches Tigrans des Großen im ersten Jahrhundert vor Christus. Weitere anderthalb Jahrtausende wusste niemand auf diesem Globus, was Aserbaidschan oder Aserbaidschaner sein sollen, während in Artsakh, in den kaukasischen Bergen, die armenische Bevölkerung ihre Schrift, ihre Sprache, ihre apostolische christliche Region pflegte und behütete, nachdem die historischen armenischen Staaten besiegt und untergegangen waren. Das Kloster Dadivank („Dadis Kloster“) wurde im ersten christlichen Jahrhundert von einem Schüler des Apostels Thaddäus begründet, der dort predigte. Mesrop Mashtots, das Universalgenie, das im Jahre 405 das armenische Alphabet schuf, lehrte im Süden Artsakhs im Kloster Amaras. Es findet sich kein armenischerer Flecken Erde.

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jp
23. November 2020 - 9.21

https://www.unhcr.org/publications/refugeemag/3b5583fd4/unhcr-publication-cis-conference-displacement-cis-conflicts-caucasus.html Die Zahlen...

J.Scholer
22. November 2020 - 13.41

@Weingart: Wie konnten auf einer Fläche von 4400 Quadratkilometer , einer Bevölkerung von 140.000 Einwohner ( Stand 1989) 800 .000 Aserbaidschaner vertrieben werden? Da werden Sie mich sicher aufklären. Zur Lektüre empfehle ich Ihnen den Artikel vom israelischen Journalisten Tal Leder.

Robert Weingart
22. November 2020 - 0.28

Nun Herr Scholer: Vertrieben wurden in den 90ern rund 800 000 Aserbaidschaner. Haben Sie das nicht gewusst oder verschweigen es bewusst?

J.Scholer
21. November 2020 - 12.05

Respekt für diesen Artikel.Nach Herrn Back, jetzt Herr Engel gerechter Aufschrei gegen die Völkervertreibung der Armenier , gegen die Kriegsmaschinerie der Türkei , ihrer IS Söldner und co.Kleiner Wermutstropfen die Interessen von Russland , Israel hätten vielleicht noch gründlicher beleuchtet werden.Zu diesem Thema hat der Sender NTV einen guten Bericht zum Thema Interessenkonflikt Berg-Karabach geliefert.