„Mehr Freiheit bedeutet aber auch mehr Verantwortung“, unterstrich Polizeidirektor Philippe Schrantz am Freitag. Dieser war im Vorfeld der Lockerungen mit Polizeiminister François Bausch („déi gréng“) auf Richtlinien eingegangen, an die sich die Bürger ab Montag zu halten haben.
„Bleif doheem“ ist somit nicht mehr vorgeschrieben, doch zumindest empfohlen. Die Bürger können sich wieder frei im Land bewegen und die Fortbewegungen werden nicht von der Polizei infrage gestellt. Die Beamten wollen ihr Augenmerk vielmehr auf die drei neuen Regeln richten, die von der Regierung im Rahmen der zweiten Phase in der Exit-Strategie festgehalten wurden: das Einhalten der Mindestabstände, das Tragen von Masken und das Einhalten der Versammlungsregeln. So dürfen sich im Freien nicht mehr als 20 Personen gleichzeitig an einem öffentlichen Ort treffen, während in den Haushalten selbst maximal sechs Besucher empfangen werden dürfen, die nicht unter dem gleichen Dach wohnen.
Bausch und Schrantz riefen in diesem Zusammenhang gleich mehrmals dazu auf, auch weiterhin auf Feste und Partys zu verzichten. Es sei nicht der richtige Moment, um zu feiern, betonte der Minister, der die Pressekonferenz nutzte, um Falschannahmen und Gerüchte bezüglich der neuen Regeln anzusprechen. So sei etwa die Obergrenze von 20 Personen nur für Versammlungen in der Öffentlichkeit gedacht. „Aber nicht für den eigenen Garten. Grillfeste sind weiterhin verboten“, erklärte Bausch.
In diesem Zusammenhang gelte die Obergrenze von sechs Personen. „Wir alle haben darunter gelitten, Familie und Freunde nicht mehr sehen zu dürfen. Deshalb gibt es nun die Möglichkeit, soziale Kontakte wieder zu pflegen“, fuhr der Minister fort. Allerdings müssten auch in diesem Zusammenhang sämtliche sanitären Regeln berücksichtigt werden, also auch das Tragen von Masken, sollte der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden können.
Erfolg oder zum Scheitern verdammt?
Auch appelliere er an die Vernunft der Menschen: „Sollte man nämlich in einem kleinen Studio leben, ist es quasi unmöglich, bei sechs Besuchern auf Distanz zu gehen. Wenn man nur einen Tisch für vier Personen hat, sollte man nicht noch sechs zusätzliche Besucher dazwischen quetschen“, gab der Minister zu bedenken. Gemütliche Abende seien zwar erlaubt, Partys und Feste hingegen nicht. Und das sowohl im Freien als auch im Innern: „Die Menschen können noch mit den besten Absichten erscheinen. Im Laufe des Abends aber werden die Leute lockerer und sanitäre Aspekte werden plötzlich nicht mehr eingehalten. Das müssen wir verhindern“, betonte Bausch.
Anstelle von „Bleif doheem“ gelte nun das Motto „Ze fréi fir Party“. „So glücklich wir auch sind, wieder soziale Kontakte pflegen zu können: Für Feste ist es noch zu früh. Lasst uns doch mal den Umstand genießen, dass die schweren Zeiten hinter uns liegen“, verkündete Bausch.

Der Erfolg der Exit-Strategie sei eng mit dem Verhalten jedes Einzelnen verbunden. „Die nächsten drei Wochen werden zeigen, ob die Phase erfolgreich oder zum Scheitern verurteilt ist“, erklärte Bausch. Mit Eigenverantwortung sei es aber möglich, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Auch müsse sich jeder bewusst sein, dass das eigene Benehmen auch andere Menschen beeinträchtigt. „Vom Erfolg der nächsten Wochen wird etwa die Entscheidung abhängen, ob die Gastronomiebranche wieder öffnen kann“, präzisierte der Minister.
Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass es durchaus möglich sei: Die Bürger hätten die Botschaft rasch verinnerlicht und ein hohes Maß an Disziplin bewiesen, meinten Bausch und Schrantz unisono. „Hoffen wir, dass es jetzt auch so weitergeht.“ Rund 6.000 Kontrollen hat die Polizei in den vergangenen sieben Wochen im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen durchgeführt. Dabei wurden rund 2.000 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgestellt. „Das klingt nach einer ganzen Menge. Doch insgesamt hatten die Beamten vor Ort eher das Gefühl, dass sich die meisten an die Regeln gehalten haben“, relativierte Schrantz.
Allerdings gab der Polizeidirektor auch bekannt, in Zukunft kompromissloser durchzugreifen, sollten die oben genannten Richtlinien nicht befolgt werden. Bei Verstößen gegen die Mundschutzpflicht, die Mindestabstände oder das Versammlungsrecht drohen weiterhin 145 Euro Strafe. Gleiches gilt für Fahrgäste, die in den öffentlichen Transporten ihre Masken nicht aufsetzen wollen. Dieses Mal aber wird die Polizei nicht mehr sensibilisieren, sondern gleich durchgreifen: „Inzwischen müsste jeder Mensch die Regeln verstanden haben“, so Schrantz.
Zwar ist es den Beamten nicht erlaubt, Haustüren aufzubrechen und Wohnungen zu durchsuchen. „Wir haben aber andere Möglichkeiten, um herauszufinden, ob gerade eine Party stattfindet. Diese Elemente werden dann dem Dossier beigefügt und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet“, erklärte Polizeidirektor. Sollte ein Nachbar die Polizei verständigen, sei es nun mal die Pflicht der Beamten, vorbeizukommen, ergänzte Bausch. Einen Polizeistaat wolle aber niemand. „Wichtig ist, dass jeder Einzelne Eigenverantwortung beweist und ein besonnenes Benehmen an den Tag legt. Wir müssen noch eine Zeit lang mit dieser Krise leben.“
Zu Demaart
@Felix, Dann fannen se nach secher en Riichter, wéi den vun Diekrech. Et muss een sech mol virstellen, datt deen , deen Automobiliste, deen Kéier virun der Kontroll gemaat haat, an den Prisong gesaat huet.
"Zwar ist es den Beamten nicht erlaubt, Haustüren aufzubrechen und Wohnungen zu durchsuchen. „Wir haben aber andere Möglichkeiten, um herauszufinden, ob gerade eine Party stattfindet. Diese Elemente werden dann dem Dossier beigefügt und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet“, erklärte Polizeidirektor." Do erkennen ech just nees eng gewëssen Arroganz. Kee Wonner, dass vill Leit bal kee Respekt méi virun der Police hu, well d'Police jo och bal kee Respekt méi virun de Leit huet?
@J.Scholer: Autorität verdient man sich. Die Polizei IST keine Autorität. Wenn ich den Ausdruck höre, kräuseln sich meine Gehörnerven. Sie stellt die Autorität des Staates dar, muss dafür aber auch ein ordentliches Verhalten vorleben, will sie ernst genommen werden. Gemauschel, Verdecken und Verschweigen eigener Fehler sind dem nicht gerade förderlich.
Den Bausch ass wéi déi meeschten Gring eng Zort vun Bekehrer oder Apostel. Wéi kann een esou een wielen. Hien soll sech matt senger Police befaasen. Et kéint een jo mol nach e puer Verfolgungsjuegden (vun der Police) matt haarsträubenden, doudgeféierlechen Situatiounen organiséieren an nach villéicht en klengen Fichier sou e bessen laanscht den Daatenschutz uleeen.
@J.Scholer Eine Gesellschaft die jahrelang auf Individualismus getrimmt wurde , kann man jetzt nicht verlangen sich an Regeln zuhalten. Ich muß gestehen ich verstehe manchmal ihre Denkweise nicht, sind sie von Haus aus ein Querulant oder sind sie grundsätzlich gegen alles, auch habe ich teilweise Probleme ihre Kommentare zu verstehen da sie von Höchsken auf Stöcksken kommen ohne Zusammenhang, entweder denken sie schneller als sie schreiben oder schreiben schneller als sie denken vielleicht sollten sie das mal Synchron laufen lassen . Ansonsten haben wir ja Meinungsfreiheit. Zum Artikel, da die Polizei ja den neuen Leitspruch at " Zusumme fir ech " sollten sie den auch beherzigen und nicht die Steuerzahler die deren Gehälter zahlen für jeden Mist zur Kasse bitten, sonst käme man echt auf den Gedanken das wir zu einem Polizeistaat mutieren. Schönen Sonntag noch.
@Sepp: In den Schulen versäumt man den Kindern ,den Respekt vor Autoritäten und Alter beizubringen. Nicht die Lehrer ,die auf die alten Werte zählen sollte man abstrafen, sondern die Politik, die Lehrer die mit modernen Ansichten ganze Gesellschaftssysteme kippen.
Onser Police ass och net grad dat feinfühlegst Virgoën ze attestéieren. Do gi Sachen ugekënnegt an direkt get den décken Hummer mat Drohungen a Stroofen aus dem Saak gezun. Si sollte mol besser an e Spriecher mat méi enger déifer psychologescher Ausbildung investéiere, fir hier Kommunikatiounen ënnert d'Vollek ze bréngen. An anere Länner get et och esou gemach. Lametta a Gielercher ass zwar schéin, kënnt awer net méi sou un. Uniform ass och net onbedéngt e Sympathieträger hautjesdaags.
@J. Scholer? Auf Individualismus getrimmt? In der Schule werden soviele Gruppenarbeiten gemacht, dass die Gruppe sich am Schlechtesten des ganzen Teams orientieren muss. Ich wünschte es würde mal wieder Individualismus geben. Leute, die allein leben wollen, sollen allein leben können. Leute, die in einer Gruppe leben wollen, sollen in einer Gruppe leben. Was ich momentan beobachte, ist dass die Dümmsten der Dümmsten sich verbrüdern. Anders gesagt: Wouscht, Pack.
Den Här Bausch ass jo och Armée Minister. Also wees hien Bescheed. Huet dann schons een eppes héieren, vum Nato Manéver am Baltikum an an Polen, et heescht Defender Europe. Do sinn zing Dausenden Zaldoten am Asaatz. An mir Daboên sinn am confinement.
" Zwar ist es den Beamten nicht erlaubt, Haustüren aufzubrechen und Wohnungen zu durchsuchen." Ach,dann hatten wir ja nochmal Glück. Übrigens,müssen die Polizisten auch Masken tragen? Wie unnötig diese Makerade ist wenn man Abstand halten kann liegt auf der Hand.Hände aus dem Gesicht lassen bis sie gewaschen sind ist da schon wichtiger. Also wenn ich 6 Personen einlade müssen die Masken tragen? Also ein Maskenball!? Ich denke die Menschen haben verstanden worum es geht,lasst sie einfach in Ruhe.Das wird schon.
Eine Gesellschaft die jahrelang auf Individualismus getrimmt wurde , kann man jetzt nicht verlangen sich an Regeln zuhalten.
Strengstens ahnden? Wann d'Police bei mir schellt fir d'Leit ze zielen, do kann se waarde bis se schwaarz ginn. Ech maachen net op, wéi et mäi gutt Recht ass.