Eine Zeit lang galten das Sterben und der Tod als Tabu, zumindest in einer Gesellschaft, die von Anti-Aging und Jugendwahn geprägt ist. Doch mittlerweile wird zunehmend offen und selbstverständlich darüber diskutiert, wie ein Mensch sterben möchte und wie lange ein todkranker Mensch noch am Leben erhalten werden soll.
Einerseits ist es heute möglich, das Lebensende sehr lange hinauszuzögern: Wenn zum Beispiel schwerstkranke Bewohner eines Pflegeheimes noch in eine Klinik gebracht werden, um das schließlich unabänderliche Lebensende mit den Mitteln der modernen Hochleistungsmedizin noch hinauszuschieben. Der Berliner Arzt und Hospizleiter Michael de Ridder etwa verlangt in einem Interview mit dem Magazin Geo (2013) ein Umdenken. Nicht die Lebenserhaltung müsse Maßstab des ärztlichen Handelns sein, sondern das Wohl des Patienten. Was auch Sterbehilfe mit einschließe.
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