Zeitgenössische Kunst stellt für manche Zeitgenossen eine echte Herausforderung dar. In der Tat ist die bildende Kunst für viele eine Art Buch mit sieben Siegeln geworden. Konzeptkunst, wie sie im letzten Jahrhundert initiiert worden ist, wird oft erst bei längerem Betrachten, geduldigem Studium der beigelegten Faltblätter oder beim Anhören der langwierigen Erläuterungen der Künstler verständlich. Im Mudam, „Musée d’Art moderne Grand-Duc Jean“, vermischen sich Exponate unterschiedlicher Faktur, mal in die Moderne passend, mal eher ins Zeitgenössische reichend, oder gar einem Ausflug ins Fantasieland Utopia gleichkommend.
Weil bei vielen Museen aufgrund diverser Ursachen die Besucherzahl spärlicher geworden ist, bemühen sich die Hüter der schützenswerten Artefakte aller Schattierungen seit geraumer Zeit, Mittel und Wege zu finden, die Museen wieder attraktiver zu gestalten, sie für junge Menschen, ergo die Kunstliebhaber von morgen, im Zeitalter der totalen Digitalisierung attraktiv zu machen. Bildungsprogramme werden für alle Alterskategorien entworfen, Symbole und sympathische Leitfiguren kreiert, Workshops organisiert, Bastelstuben eingerichtet, kurz: die heiligen Hallen der Kunstgeschichte und modernen Paläste der Förderung aktueller Kunst werden passend hergerichtet. Es ist eine neue, eine wichtige Aufgabe von Direktoren und Kuratoren sowie spezialisierten Lehrbeauftragten. Im Mudam musste gar die einzigartige Kapelle von Wim Delvoye weichen, um für einen entsprechenden Lehr- und Spielraum Platz zu machen.
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