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ZeitgeschichteKoloniale Verflechtungen Luxemburgs

Zeitgeschichte / Koloniale Verflechtungen Luxemburgs
Dokumente, die Luxemburgs koloniale Vergangenheit belegen Foto: Kevin Goergen

1879 beauftragte der belgische König Leopold II. den britisch-amerikanischen Forscher Henry M. Stanley damit, den Kongo zu erschließen. Das für die Europäer weitgehend unbekannte Gebiet hatte bis dato wenig Beachtung von anderen Kolonialmächten gefunden, da diese dort wenig Ressourcen vermuteten.

Die Kartografierung Afrikas durch die europäischen Mächte manifestierte sich vor Ort als gewaltsamer Konflikt. Die im Kongo lebenden Bevölkerungen sollten durch „Verträge“, die die lokalen Bewohner in den allermeisten Fällen nicht lesen konnten, unterworfen werden. Die Forschungsreisen waren de facto militärische Strafexpeditionen.

1882 schließt sich der aus Buschrodt stammende Offizier Nicolas Grang der Expedition unter Stanley an. Er stirbt ein Jahr später in Léopoldville an einer Erkältung, nachdem er zuvor an militärischen Angriffen beteiligt gewesen war. Als erster, aber nicht als einziger Luxemburger – wie die Ausstellung „Le passé colonial du Luxembourg“ im Musée national d’histoire et d’art (MNHA) gerade zeigt – war er bei der Kolonisierung des Kongos beteiligt.

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Robert Hottua
3. Juli 2022 - 10.37

Guten Tag Herr Goergen, die transnationale Verflechtung von Kolonialismus ist mit der transnationalen Verflechtung von abwertendem, der Bevölkerungskontrolle verpflichtetem Eugenismus gekoppelt. Was heißt "die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte essentialisieren"? MfG Robert Hottua