Abgesehen von den tiefgreifenden langfristigen geopolitischen Auswirkungen des Krieges haben sich die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen in Form von höheren Energie-, Lebensmittel- und Industriemetallpreisen bemerkbar gemacht. Zusammen mit zusätzlichen Unterbrechungen der globalen Lieferketten hat dies das während der Pandemie entstandene stagflationäre Umfeld verstärkt.
Ein stagflationärer negativer Angebotsschock stellt Zentralbanker vor ein Dilemma. Da ihnen an der Verankerung der Inflationserwartungen gelegen ist, müssen sie die Geldpolitik rasch normalisieren, auch wenn dies in einer weiteren Konjunkturabschwächung und möglicherweise in einer Rezession münden wird. Da ihnen aber das Wachstum ebenfalls wichtig ist, müssen sie die Normalisierung der Geldpolitik langsam angehen, auch wenn sie dadurch Gefahr laufen, die Inflationserwartungen zu entankern und eine Lohn-Preis-Spirale in Gang zu setzen.
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