Tageblatt: Herr Eicher, bei Kommunalwahlen schlägt die Stunde der Gemeinden in der Politik. Stehen diese aber gerade im Superwahljahr nicht etwas im Schatten der Parlamentswahlen?
Emile Eicher: In der Lokalpolitik geht es vor allem um den direkten, nachbarschaftlichen Aspekt, aufgrund dessen viele Menschen sich direkt angesprochen fühlen und auf dem viele Politiker ihre Politik aufbauen. Im Schatten der nationalen Politik stehen die Gemeindewahlen schon allein deshalb nicht, weil sie zuerst stattfinden. Zwar gibt es in den jeweiligen Gemeinden spezifische Themen, allerdings betreffen die großen Themen der Politik, wie etwa die Wohnungs- und Mobilitätskrise, sowohl die nationale als auch die lokale Ebene. Auf der ersten Ebene werden Konzepte als Rahmen gegeben, die dann auf der zweiten umgesetzt werden. Auf der zweiten Ebene geht es vor allem darum, die eigene Gemeinde nach vorn zu bringen und für die Bevölkerung lebenswert zu gestalten, ihr zum Beispiel genügend Wohnraum zur Verfügung zu stellen sowie die nötigen Betreuungsstrukturen und lokalen Arbeitsplätze zu schaffen, für moderne Schulen und eine gute Mobilität zu sorgen.
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