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ZeitgeschichteGeorges Kleppers Luxemburger Sportgeschichte(n)

Zeitgeschichte / Georges Kleppers Luxemburger Sportgeschichte(n)
Der vor kurzem leider verstorbene Claude Michely, Cyclo-Cross-WM-Dritter 1985, in Aktion Foto: Archiv Ministère des sports

2023: Wie jeden Sommer fanden große internationale Sportwettkämpfe mit den immer gleichen Ritualen statt. Erwähnt seien in diesem Jahr neben der unumgänglichen Tour de France die Frauenfußball-WM in Neuseeland und Australien, die Leichtathletik-WM in Budapest oder die Rugby-WM in Frankreich. Zu bestimmten Tages- und Abendzeiten versammeln sich Männer und Frauen jeden Alters und jeder Herkunft vor dem Fernseher zu Hause, in Cafés oder auch vor Großbildleinwänden.

Stéphane Floccari, Philosophieprofessor und Lehrbeauftragter an der Sorbonne, beschreibt diese Rituale: „Sie kommen nicht, um zu plaudern: Man kann seinen Nachbarn kaum verstehen. Auch nicht, um zu konsumieren: Die meisten Geschäfte haben ihre Rollläden heruntergelassen. Oder um spazieren zu gehen: Man kann kaum zwei Schritte vor sich machen. Sie sind auch nicht hier, um Forderungen zu stellen: Die einzigen Slogans, die ausgetauscht werden, sind Siegesgesänge. Sie haben sich versammelt, um an einem Fest teilzunehmen, das in keinem Kalender steht, das sie aber um nichts in der Welt verpassen würden (…). Ob es sich um temporäre oder lebenslange Fans handelt, sie unterstützen ihre Heroen mit einer Stimme. Eifrig prägen sie sich deren Legenden in ihr Gedächtnis ein, indem sie sich ihre Heldentaten im Übermaß zu eigen machen.“

Die Gründe einer Leidenschaft

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